Wien (dpa) - Den Terroranschlag in Wien hat der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler Patrick Helmes mit seiner Familie in unmittelbarer Nähe miterlebt.

Der 36-Jährige, der inzwischen die Amateure des FC Admira trainiert, war mit seiner Frau und den beiden Kindern in einem Restaurant am Schwedenplatz, als das Attentat passierte. "Wir waren nur 100 Meter entfernt", sagte Helmes dem "Express". Vor dem Laden habe man die Schüsse hören können, alles sei hereingestürmt.

"Das war eine absolute Ausnahme- und Stresssituation mit Bildern von Menschen in Todesangst, die man nicht sehen will", erklärte Helmes. Die Gäste hätten sich im Müllraum verbarrikadiert, ehe schließlich die Einsatzkräfte das Gebäude absichern konnten. Bis 2.00 Uhr habe er mit seiner Familie im Lokal ausharren müssen, ergänzte Helmes. Man sei einfach froh, wieder in den eigenen vier Wänden zu sein. Aber die Verarbeitung dauere gewiss noch.

Bei dem Anschlag in der österreichischen Hauptstadt waren vier Menschen getötet und 22 teils schwer verletzt worden. Der Attentäter, nach Behördenangaben ein 20 Jahre alter Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), wurde von der Polizei erschossen. Nach dem Blutbad wurden 14 Menschen aus seinem Umfeld vorläufig festgenommen und 18 Wohnungen durchsucht. Die Tat ereignete sich in der Nähe der jüdischen Hauptsynagoge in der Wiener Innenstadt. Der Attentäter eröffnete gegen 20 Uhr das Feuer.

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Bericht im Express