Asunción (dpa) - So einen Hausarrest würden sich wohl einige gefallen lassen. Der ehemalige brasilianische Fußball-Star Ronaldinho verbringt seinen im "Hotel Palmaroga" in Paraguays Hauptstadt Asunción.

Dort bewohnen er und sein Bruder Roberto Assis zwei Premium-Suiten, für die sie nach Medienberichten 350 Dollar pro Tag zahlen. Zusätzlich zu einer Kaution in Höhe von 1,6 Millionen US-Dollar (1,47 Millionen Euro), gegen die der zweimalige Weltfußballer und Weltmeister von 2002 sowie sein Bruder und Manager vor zehn Tagen das Gefängnis verlassen konnten.

Sie sind die einzigen Gäste des Hotels. Besuche dürfen sie nicht empfangen. Während sich im Gefängnis die Mitinsassen um ihn als Mitspieler beim Fußballturnier rissen, geht Ronaldinho nun ins Fitnessstudio des Hotels. Der Hotelmanager erzählte, Ronaldinho habe einen Ball bekommen und könne in einem Raum - etwa 30 mal 15 Meter - seine Tricks machen. Sein Gesichtsausdruck habe sich seit dem ersten Tag verändert, als er angespannt und gestresst gewirkt habe.

Ronaldinho wartet das weitere Verfahren in einem Fall ab, in dem ihm bei einer Verurteilung fünf Jahre Haft drohen. Die Frage wird sein, ob es seinen Anwälten gelingen wird, die Version aufrechtzuerhalten, dass das einzige Vergehen die Verwendung eines gefälschten Passes ist - oder ob er und sein Bruder in die Machenschaften einer kriminellen Organisation verwickelt sind.

Ronaldinho verbrachte 32 Tage - inklusive seines 40. Geburtstag - im Gefängnis wegen der Einreise nach Paraguay mit falschen Dokumenten, die ihm und seinem Bruder nach eigenen Angaben von Geschäftspartnern geschenkt worden waren. In dem Nachbarland wollten sie an der Eröffnung eines Casinos und mehreren Benefiz-Veranstaltungen teilnehmen sowie Werbung für Ronaldinhos Biografie machen. Es folgten weitreichende Ermittlungen mit zahlreichen Festnahmen.