Freiburg (dpa) - Der erleichterte Christian Streich schlug bei seinem Loblied die allerhöchsten Töne an.

"Er tut alles - nicht nur nach vorne, auch nach hinten. Es ist herausragend, wie er da dazugelernt hat, wie er alles abarbeitet, was ich in den letzten Jahren von ihm eingefordert habe", sagte der Trainer des SC Freiburg nach dem 2:0 (0:0) gegen Arminia Bielefeld über seinen Matchwinner Vincenzo Grifo.

Der Italiener hatte beim erlösenden ersten Sieg des Sport-Clubs seit fast drei Monaten am Samstag in der 79. Minute per Foulelfmeter getroffen - und damit schon im dritten Spiel in Folge. Später erhöhte Joker Woo-yeong Jeong (90.+2) noch auf 2:0 für die Badener, die im sechsten Anlauf ihren ersten Heimerfolg der Saison feierten und sich im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga so etwas Luft verschafften.

Schon eine Woche zuvor beim 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach war Grifo einer der besten Freiburger. Der Edeltechniker wird zunehmend zum Fleißarbeiter, sucht nicht nur den Weg zum gegnerischen, sondern auch zum eigenen Tor, stopft Löcher und versucht, seine Teamkollegen mitzunehmen. Coach Streich nötigt das derart viel Respekt ab, dass er nach dem Geduldssieg über die Arminia sogar zum Vergleich mit einem Weltmeister und 100-maligen Nationalspieler vom FC Bayern ansetzte.

"So wird ein Spieler eine richtige Persönlichkeit für die Mannschaft und extrem wichtig", sagte der 55-Jährige mit Blick auf Grifos Entwicklung. "Schauen Sie sich Thomas Müller in München an, der alles erreicht hat in seinem Fußballer-Leben, was man erreichen kann. Der Vince macht das auch im Rahmen seiner Möglichkeiten." Das sei "vorbildlich auch für die jungen Spieler. So kann man eine tolle Karriere machen. So ist er italienischer Nationalspieler geworden."

Und so wird Grifo auch zum großen Hoffnungsträger der Breisgauer im Kampf um den Klassenverbleib. Bei fünf Treffern und zwei Vorlagen steht er in dieser Saison nun schon. Dank des 27-Jährigen ist der Sport-Club in der Offensive nicht mehr allein von seinem Rekordtorschützen Nils Petersen abhängig, der gegen den unbequemen Aufsteiger aus Ostwestfalen Pech mit einem Lattenknaller hatte (18.).

Nicht nur am Gehäuse, sondern auch in der Kabine hätte es im Falle eines erneuten Rückschlags womöglich "gescheppert", mutmaßte Grifo. Weil er sich und seine Kollegen gut zehn Minuten vor dem Ende aber doch noch für den betriebenen Aufwand belohnte, verdiente er sich das Sonderlob seines "sehr glücklichen" Trainers.

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