Berlin (dpa) - Manager Michael Preetz will sich an Spekulationen um weitere Einkäufe von Hertha BSC nicht beteiligen und hat auch einen möglichen Transfer von Julian Draxler zum Berliner Bundesligisten sehr zurückhaltend kommentiert.

"Er hat einen Vertrag bei Paris Saint-Germain, das ist bekannt, und er ist auch im Finalturnier der Champions League zum Einsatz gekommen. Es hilft uns nicht, wenn weiter jeden Tag diskutiert wird. Wir versuchen, unsere Arbeit zu machen", sagte Preetz bei einer Pressekonferenz.

Die Berliner gelten durch die zweite Finanzspritze von Investor Lars Windhorst von insgesamt 150 Millionen Euro als zahlungskräftiger Club in der Corona-Krise. Preetz sieht allerdings einen sehr schwierigen Transfermarkt und rechnet mit vielen Entscheidungen erst kurz vor dem Ende der Wechselperiode am 5. Oktober. "Es ist ein wahnsinnig komplizierter Transfersommer. Die Corona-Auswirkungen spüren alle. Ich erwarte, dass es hintenraus ein Menge Entwicklungen geben wird."

Die Berliner haben bislang nur Torwart Alexander Schwolow vom SC Freiburg und den Niederländer Deyovaisio Zeefuik vom FC Groningen verpflichtet. Zudem kam der schon im Winter verpflichtete Franzose Lucas Tousart von der Leihe bei Olympique Lyon neu nach Berlin. Draxler, der bei PSG nur Reservist ist, gilt seit Monaten als möglicher Hertha-Kandidat.

Unterdessen will sich Hertha BSC trotz des drohenden Zuschauerausschlusses bis zum Jahresende auf eine mögliche Rückkehr von Fans zu Bundesliga-Spielen vorbereiten. "Oberste Priorität hat die Gesundheit. Das betrifft auch die Diskussion um die Zulassung von Zuschauern. Nichtsdestotrotz sehen wir es als unsere Aufgabe an, uns vorzubereiten auf die Wiederzulassung von Zuschauern, in welchen Schritten und welchem Zeitraum auch immer", sagte Preetz. Man wolle "kurzfristig auf Szenarien reagieren", sagte der Manager des Berliner Bundesligisten.

Kurz zuvor war bekanntgeworden, dass bis zum Jahresende wohl keine Fans zu Spielen der Fußball-Bundesliga zugelassen sein werden. Auf Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben. Das steht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten. Ausnahmen könne es dem Vorschlag zufolge in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen geben. Nach derzeitiger Rechtslage wären in Berlin bis zum 24. Oktober 5000 Personen im Stadion zulässig gewesen.

Vor dem in der kommenden Woche beginnenden Länderspielfenster machte Preetz deutlich, dass Hertha BSC von seinem Recht auf Verweigerung zu einer Abstellung Gebrauch machen werde, sollten Profis in Corona-Risikogebieten spielen müssen. "Wir werden keinen Spieler abstellen, wenn es gesundheitliche Bedenken gibt", sagte Preetz. Dies ist nach einer neuen Beschlussfassung der FIFA möglich. Gleich zehn Hertha-Profis sind für ihrer Nationalteams nominiert worden.

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