Berlin (dpa) - Jörg Schmadtke, der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg, geht davon aus, dass die derzeitige Corona-Pandemie für "so manchen Verein existenzbedrohend" sein kann.

"Ja, der Fußball hat insgesamt sehr langsam reagiert. Aber es gibt in solch außergewöhnlichen Momenten auch keinen Masterplan, den man aus der Schublade ziehen kann", sagte Schmadtke im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Steuermittel zur Rettung der Vereine sind für Schmadtke aber keine Lösung. "Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich die Vereine darum bitten, diesen Aspekt nicht aufzugreifen. Das würde nämlich zu null Verständnis führen und einen Imageschaden mit sich bringen, der aus meiner Sicht nicht mehr reparabel erscheint", sagte er.

"Aber man muss auch festhalten: Die deutschen Profiklubs haben unheimlich hohe Einnahmen, die auch zu hohen Ausgaben geführt haben. Dabei konnten sich die meisten Vereine nicht wirklich Speck anfressen. Es gibt natürlich Ausnahmen. Aber für viele Profiklubs ist der Spielbetrieb am Ende ein Nullsummenspiel", unterstrich Schmadtke. "Und falls viel Geld von Vereinen zurückgefordert wird, weil sie bei einem vorzeitigen Saisonende nicht ihre vereinbarten Leistungen bringen können, wird so mancher vor großen Problemen stehen. Da hilft auch der Vorgriff auf künftiges TV-Geld nicht."

Schmadtke-Interview in der FAZ