Mainz (dpa) - Witze über seinen Namen kennt Elvis Rexhbecaj bestens. "King Elvis habe ich natürlich schon öfter gehört. Da kann sich jeder einen Spaß draus machen", sagte der 23 Jahre alte Matchwinner nach dem 1:0 (0:0)-Sieg seines 1. FC Köln im Kellerduell der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz 05.

Das Tor des Tages in der 55. Minute brachte den Rheinländern nicht nur den zweiten Saisonsieg ein, sondern auch einen Abstand von fünf Zählern auf die schon wieder kriselnden 05er. "Ich habe das Tor gemacht, aber das ist scheißegal. Hauptsache, wir haben die drei Punkte", sagte Rexhbecaj.

Bei Mainz hingegen herrscht Frust. Sieben Tage nach dem 1:2 bei Aufsteiger Bielefeld wurde schon wieder ein direktes Duell im Tabellenkeller verloren. Kapitän Danny Latza haderte bei Sky: "Es war wieder viel Aufwand. Wir haben Leidenschaft gezeigt, am Ende hätten wir noch den Ausgleich machen können. Alles in allem war es wieder ein gebrauchter Tag." Der Aufwärtstrend, der sich vor dem Bielefeld-Spiel anbahnte, ist schnell wieder verflogen. Auch für Trainer Jan-Moritz Lichte dürften es beim Blick auf die Tabelle eher ungemütliche Weihnachtswochen werden.

"Dass Köln mit dem Aufwand drei Punkte aus Mainz mitnimmt, ist absolut bitter", resümierte 05-Sportvorstand Rouven Schröder, der sich nach eigener Aussage "wirklich gefrustet" fühlte. Die Mainzer um den nach vorne geeilten Torhüter Robin Zentner hätten alleine in der Nachspielzeit bei zwei Ecken noch ausgleichen können. Dass es nicht klappte, war Sinnbild eines weiteren tristen Winter-Nachmittags der stark abstiegsbedrohten Rheinhessen. "Wir hatten zu viele Ballverluste, dann fällt das entscheidende Tor aus so einer Situation", kritisierte Lichte.

Die Gäste aus Köln haben derweil gegen Dortmund, Wolfsburg und Mainz sieben Zähler eingefahren und die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf erst einmal ordentlich distanziert. "Es ist eine große Freude, wenn du hier 1:0 gewinnen kannst. Wir fahren glücklich nach Hause", sagte Trainer Markus Gisdol. In der Schlussviertelstunde verteidigten die Gäste die drei Punkte ohne Offensivmann Ondrej Duda, der nach einer Gelb-Roten-Karte (76.) vorzeitig vom Platz musste.

Begonnen hatte die Partie so, wie es die Tabellenkonstellation versprach: mit viel Kampf und kleinen Fouls, aber auch zahlreichen Fehlpässen. In den ersten 20 Minuten fanden keine Tor-Annäherungen statt. Erst kurz vor dem Wechsel wurde es auf den Auswechselbänken im fast leeren Mainzer Stadion zweimal laut: Zunächst zielte der Mainzer Top-Torjäger Jean-Philippe Mateta (41.) einen Tick zu hoch, dann scheiterte der Kölner Ismail Jakobs (43.) an Zentner. Im ersten Durchgang gab es insgesamt nur fünf Torschüsse, eine Seltenheit in der Bundesliga.

Erst nach der Pause wurde es turbulent, zunächst aber nicht sportlich. Nach einem Foul gerieten mehrere Profis aneinander, auch FC-Sportchef Horst Heldt erhob sich kurz und schimpfte Richtung Spielfeld. Erst danach ging es auf dem Rasen rund: Rexhbecaj durfte nach feiner Vorlage von Duda zur Führung einschießen, unmittelbar danach hätte er sogar auf 2:0 erhöhen können. Die Nachspielzeit bot Chancen, aber kein Tor mehr für Mainz.

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