Berlin (dpa) - DFB-Integrationsbotschafter Jimmy Hartwig hat zum geschlossenen Kampf gegen Rassismus aufgerufen.

"Rassismus darf in unserer Gesellschaft keinen Zugriff haben. Wir sind alle gefragt, ob Fußballer, Leichtathleten, Handballer. Alle Sportarten, alle Gesellschaftsschichten", sagte der 65-Jährige beim TV-Sender Sky Sport News HD. "Rassismus hat in diesem Land nichts verloren."

Hartwig, Sohn eines amerikanischen Soldaten und einer Offenbacherin, war früher selbst rassistisch beleidigt worden, wie er mehrfach berichtet hatte. In der Bundesliga spielte er unter anderem für den Hamburger SV. "Wir leben alle auf einer Erde. (...) Ich sage Ihnen: Es ist noch nichts verloren. Wir haben den Kampf gegen die Rechten angenommen und werden den Kampf gewinnen", sagte er.

In den vergangenen Monaten hatten sich rassistische Beleidigungen gegen dunkelhäutige Spieler wie Hertha-Profi Jordan Torunarigha oder Leroy Kwadwo vom Drittligisten Würzburger Kickers auch in Deutschland gehäuft. Zudem schockte die rassistische motivierte Gewalttat von Hanau.

Es könne nicht sein, "dass Menschen vergessen, was vor 75 Jahren passiert ist. Heute stellt sich ein Mensch von einer Partei hin und sagt, das wäre eine Mückenschiss gewesen. Wie krank sind diese Menschen? Und wie krank sind die Menschen, die auf diese Menschen hören?" sagte Hartwig, wohl in Anspielung auf die Äußerung von AfD-Chef Alexander Gauland, der die NS-Vergangenheit als "Vogelschiss" in der deutschen Geschichte bezeichnet hatte. "Jetzt müssen wir zusammenhalten. Wir sind 7,1 Millionen Mitglieder beim DFB. Diese geballte Macht muss zusammenstehen!", sagte Hartwig.

Hartwig-Aussagen beim DFB