Leipzig (dpa) - Das Champions-League-Spiel zwischen RB Leipzig und Tottenham Hotspur findet am Dienstag wie geplant mit Zuschauern statt. Das hat das Gesundheitsamt Leipzig in einem Gespräch mit RB-Verantwortlichen zur Corona-Krise entschieden, wie Stadtsprecher Matthias Hasberg sagte.

Wegen der steigenden Infektionszahlen hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Wochenende empfohlen, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen.

Die Stadt Leipzig begründete die Entscheidung für das Spiel in der Fußball-Königsklasse mit mehreren Punkten: Großbritannien, wo die Gäste herkommen, sei kein Corona-Risikogebiet. Das Spiel sei zudem eine Freiluft-Veranstaltung - und die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) würden nach wie vor zwischen Indoor- und Outdoorveranstaltungen unterscheiden. Zudem habe der zeitliche Faktor gegen eine Absage oder ein Geisterspiel ohne Zuschauer gesprochen.

Eine Entscheidung über die weiteren RB-Partien in der Bundesliga steht indes noch aus. Am Samstag ist das nächste Heimspiel gegen den SC Freiburg terminiert. Der Stadt Leipzig sei an einer bundesweit einheitlichen Regelung für die Bundesliga gelegen, sagte Hasberg.

Bundesgesundheitsminister Spahn hat Verständnis dafür, dass die Champions-League-Partie von RB Leipzig nicht unter Ausschluss der Zuschauer stattfindet. "Wichtig fand ich den Hinweis (...), dass das die Entscheidung für dieses kurzfristig bevorstehende Spiel ist", sagte der CDU-Politiker während der Bundespressekonferenz. "Dass die grundsätzliche Frage damit nicht entschieden ist." Die Partie sei "kurzfristig schwer abzusagen".

Bei der Deutschen Fußball Liga habe er das Bestreben wahrgenommen, "zu einer einheitlichen Vorgehensweise zu kommen", sagte Spahn. In der Bundesliga ist über eine mögliche Ansetzung von Geisterspielen bislang noch nicht entschieden worden.

Das "oberste Ziel" sei, "die Dynamik der Epidemie deutlich zu verlangsamen", sagte Spahn. Dabei müsse abgestuft werde. "Worauf können wir verzichten für mehrere Wochen und Monate?", fragte der 39-Jährige. "Es ist sicher leichter, auf Konzerte und Fußballspiele zu verzichten als auf den Weg zur eigenen Arbeit." Spahn erneuerte seine grundsätzliche Empfehlung, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern auszusetzen.