München (dpa) - Diese ganz persönliche Titelzugabe ist logisch. Am Ende des grandiosen Triple-Jahres mit dem FC Bayern darf sich David Alaba über die Wahl zu Österreichs Fußballer des Jahres freuen. "Es ist eine Riesen-Ehre.

Ich bin für diese Auszeichnung sehr dankbar", sagte der 28-Jährige der Nachrichtenagentur APA, die in Alabas Heimat die Wahl durchführt. So erwartbar das klare Votum der Trainer der österreichischen Bundesligisten war, so ungewiss ist Alabas Zukunft.

Die siebte Auszeichnung als Austrias Kicker des Jahres könnte für Rekordsieger Alaba jedenfalls die letzte als Bayern-Profi gewesen sein. Denn die Vorzeichen für 2021 stehen weiter auf Trennung im Sommer; nach dann 13 Jahren, die eine Erfolgsgeschichte sind.

Bayerns Abwehrchef beantwortet Zukunftsfragen konsequent defensiv, auch im APA-Interview: "Ich weiß, dass das ganze Drumherum dazugehört, aber zu dem Thema habe ich schon viel gesagt und möchte dem eigentlich nichts mehr hinzufügen." Etwas fügte er doch hinzu: "Mein persönliches Gefühl hat sich nicht verändert. Ich bin froh, Teil dieser Mannschaft zu sein. Ich habe Vertrag bis Sommer und wir haben uns als Mannschaft hohe Ziele gesetzt, die ich erreichen will." Im Idealfall klappt's mit seinem dritten Triple nach 2013 und 2020.

Anfang November kam's in München zum Knall mit dem Eingewächs. Der deutsche Rekordmeister zog sein Vertragsangebot zurück, nachdem Alaba und dessen Berater Pini Zahavi eine vom Verein gesetzte Frist zur Zustimmung verstreichen ließen. Seitdem herrscht Funkstille. Es habe kein Gespräch mehr stattgefunden, berichtete Karl-Heinz Rummenigge erst am vergangenen Sonntag als Gast im Sport1-"Doppelpass".

Der Bayern-Chef versicherte abermals, dass der Liga-Krösus - auch in finanziell schwierigen Corona-Zeiten - der Partei Alaba nach etlichen Verhandlungsrunden ein "mehr als honoriges Angebot" vorgelegt hatte: "Der FC Bayern hat alles in die Waagschale gelegt, was möglich war."

Man habe viele Schritte auf die Partei Alaba, zu der auch dessen Vater zählt, zugemacht. Rummenigge glaubt immer noch, dass Alaba gerne Bayern-Spieler bleiben würde. "Wir schätzen David alle. Das ist ein lieber, feiner Kerl, mit dem kleinen, entscheidenden Problem: Es ist bislang nicht gelungen, mit ihm eine Einigung zu erzielen."

Am Zug sind nun Alaba und der schillernde Zahavi (77), der übrigens auch Bayerns Weltfußballer Robert Lewandowski berät. Zum 1. Januar 2021 verändert sich die Situation. Mit Beginn des neuen Jahres dürfte Alaba einen Vertrag bei einem neuen Arbeitgeber unterschreiben.

Mit 28 Jahren ist er in einem Top-Alter. Zudem kann Alaba im Sommer ablösefrei wechseln. Das macht ihn automatisch interessant für viele europäische Topclubs, die aber alle unter extremen Corona-Verlusten ächzen. Die spanische Sportzeitung "Marca" sieht Alabas Zukunft bereits bei Real Madrid. Da im Fußball immer alles vorstellbar ist, könnten sich auch die Bürotüren der Münchner Vorstände an der Säbener Straße noch mal öffnen, wie Rummenigge andeutete: "Wenn David kommen würde und sagen würde, er möchte noch ein Gespräch führen..."

Diesen Schritt würde Bayerns Trainer begrüßen. Hansi Flick hat nicht nur einmal gesagt, dass er "sehr, sehr froh" wäre, wenn Alaba bleiben würde. Immerhin beförderte er diesen vom Außenverteidiger zum Abwehrchef. "Er hat sein unglaubliches Niveau noch einmal gesteigert und ist auch auf der für ihn zunächst ungewohnten Position in der Innenverteidigung zu einem der besten Spieler der Welt geworden. Er war ein wichtiger Eckpfeiler in unserer Mannschaft und hat enorm viel dazu beigetragen, dass wir fünf Titel gewonnen haben", sagte Flick anlässlich der aktuellen Auszeichnung Alabas in seiner Heimat.

Alaba setzte sich mit 33 Punkten klar vor dem Leipziger Marcel Sabitzer (17) und Dominik Szoboszlai (23) durch, der im Winter von Red Bull Salzburg zu RB Leipzig wechseln wird. Alaba ist Nachfolger des Norwegers Erling Haaland, der bei seiner Wahl im Vorjahr noch für Salzburg stürmte und Anfang 2020 zu Borussia Dortmund wechselte.

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