Kaiserslautern (dpa) - Seit mittlerweile drei Jahren versucht der 1. FC Kaiserslautern, endlich wieder in die Fußball-Bundesliga zurückzukehren. Doch auch nach der Hinrunde der aktuellen Saison deutet alles darauf hin: Es wird auch diesmal nichts.

Nach 17 Spielen ist der viermalige deutsche Meister nur noch Zweitliga-Mittelmaß. Hinzu kommt mal wieder ein Streit um die finanzielle Situation des Traditionsvereins, der vor der Mitgliederversammlung am 12. Dezember für reichlich Brisanz sorgt.

Trotz der vierten Jahres in der Zweiten Liga ist der FCK wirtschaftlich stabil, sagt der frühere Torjäger und aktuelle Vorstandschef Stefan Kuntz. Das sieht aber längst nicht jeder so. Zur Jahreshauptversammlung liegen gleich zwei Anträge vor, die die Nicht-Entlastung des im März 2016 ausscheidenden Finanzvorstands Fritz Grünewalt zum Ziel haben. Er habe Angst, dass der FCK finanziell zusammenbricht, sagte einer der beiden Antragsteller dem Fachmagazin Kicker. Dabei handelt es sich um den früheren Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Buchholz.

Der 72-Jährige stellt andere Rechnungen auf. In der Bilanz mit Stichtag 30. Juni 2015 sind die Verbindlichkeiten von zuvor 15 auf etwa 17 Millionen Euro gestiegen. Die Liquidität beträgt 5,3 Millionen, sagte er dem Kicker. In diese 5,3 Millionen habe der Verein aber schon die Dauerkarten-Einnahmen der laufenden Saison oder 2,8 Millionen Euro an zweckgebundenen Mitteln für das Nachwuchsleistungszentrum eingerechnet. Tatsächlich ist die Liquidität bei etwa minus 500 000, sagte Buchholz. Kuntz jedoch will den Mitgliedern am Samstag anhand von Fakten die wirtschaftliche und sportliche Situation des Vereins darlegen.

Mit der sportlichen Situation ist niemand zufrieden. Nach einem ständigen Auf und Ab in der Hinrunde finden sich die Pfälzer mit 22 Punkten nur auf dem neunten Platz wieder. Am Sonntag kommt der Tabellenletzte MSV Duisburg. In Duisburg hatte die Saison mit einem 3:1-Auswärtssieg noch so verheißungsvoll begonnen. Die ohnehin nicht geringen Erwartungen der Lauterer Fans wurden nur noch größer.

Doch nach der 0:3-Heimschlappe am 8. Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg trat Kosta Runjaic als Cheftrainer zurück. Auch Sportdirektor Markus Schupp musste gehen. Die vereinsinterne Lösung mit Konrad Fünfstück, bis dahin Leiter des Nachwuchsleistungszentrums und Trainer der Amateurmannschaft, schien zunächst aufzugehen.

Doch auch unter ihm spielt der FCK sehr unbeständig. Die Gründe für das schlechte Abschneiden sind vielfältig. Es fehlt ein Torjäger, der regelmäßig trifft, hier könnte der ab Januar unter Vertrag stehende Isländer Jon Dadi Bödvarsson Abhilfe leisten. Des weiteren konnte der FCK die Abgänge von Willi Orban und Dominique Heintz im Abwehrzentrum nicht ersetzen. Fahrlässige Fehler auf dieser Position kosteten in dieser Saison bereits viele Punkte.

Am besten schicken wir die Punkte gleich mit der Post dahin, sagte der frühere Bayern-Star Paul Breitner einst über die gefürchtete Heimstärke des FCK. Das ist aber die Vergangenheit, die Gegenwart ist beängstigend. Die Pfälzer stehen aktuell auf dem letzten Platz des Heimtableaus, nur magere acht Punkte aus acht Spielen können den hohen Ansprüchen der Roten Teufel nicht gerecht werden.