Heidelberg (dpa/tmn) - Aktien erscheinen vielen Anlegern als riskant. Schließlich wissen die meisten: Es geht nicht immer nach oben, sondern auch mal kräftig nach unten - zum Beispiel im März und April 2020, als die Corona-Krise zu sinkenden Kursen führte.

Doch das Beispiel Corona-Krise zeigt auch: Nach dem Abstieg folgt der Aufstieg. Inzwischen sind die Verluste an den meisten Börsen wieder ausgeglichen und viele alte Kurse sogar übertroffen.

Das haben offenbar viele Anleger erkannt, denn das Interesse an der Börse ist in der Corona-Pandemie gestiegen. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox haben 35 Prozent der Befragten inzwischen Geld an der Börse angelegt. Zu Beginn der Pandemie im März 2020 waren es weniger als 30 Prozent.

Allerdings verzichten damit immer noch 65 Prozent der Befragten auf die Geldanlage in Aktien und Fonds. Für die Studie wurden vom Marktforschungsinstitut Innofact Ende Oktober 2020 online 1005 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt.

Zeit ist ein wichtiger Faktor

Ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Aktienanlage ist die Zeit, wie das Deutsche Aktieninstitut am Beispiel des Deutschen Aktienindex Dax zeigt. Das Dax-Rendite-Dreieck zeigt, dass sich in den vergangenen 50 Jahren langfristiges Sparen in Aktien ausgezahlt hat.

So konnten Anleger beispielsweise bei einem Anlagezeitraum von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 8,7 Prozent erwirtschaften. Im schlechtesten Fall lag die jährliche Rendite bei 3,3 Prozent, im besten bei 15,2 Prozent.

Einfache Grundregeln

Wer mit Aktien Vermögen aufbauen will, sollte sich daher an ein paar einfache Grundregeln halten:

- Nicht alles auf Aktien: Da es an den Börsen rauf und runter geht, sollten nicht die ganzen Ersparnisse in Aktien gesteckt werden. Wer noch über genügend liquide Mittel aus anderen Anlageformen verfügt, kann auch mal ein längeres Börsentief aussitzen.

- Nicht hektisch werden: Wer sich Zeit nimmt, hat bessere Chancen auf Erfolg am Aktienmarkt. Denn langfristig orientierte Anleger müssen bei kurz- und mittelfristigen Kursschwankungen nicht nervös werden.

- Nicht alles auf eine Aktie: Wer in eine einzige Aktie investiert, ist einem besonders hohen Kursrisiko ausgesetzt. Das Geld sollte deshalb auf verschiedene Unternehmen aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Branchen verteilt werden. Am einfachsten geht das über Fonds oder sogenannte ETF.

- Nicht alles auf einmal: Es müssen keine großen Summen sein, die an der Börse investiert werden. Ein Sparplan auf Aktienfonds erlaubt es, auch mit kleinen monatlichen Beträgen langfristig Aktienvermögen aufzubauen.

© dpa-infocom, dpa:210126-99-180090/2

Rendite-Dreieck des DAI