Porto/Magdeburg l So locker und leicht wie der kleine blaue Drache, das Maskottchen des FC Porto, vor Spielbeginn bei der Vorstellung des Gastgeber-Teams auf der Platte herumtanzte, so einfach kamen die Spieler in den blau-weiß gestreiften Trikots lange auch zu ihren Toren. Allein 18 waren es schon beim Gang in die Kabine. Im Hinspiel hatte der SCM gerade mal 23 in der kompletten Spielzeit kassiert.

Bis zur achten Minute noch ohne Gegentor

Und dabei ging es defensiv eigentlich richtig gut los. Die Grün-Roten rührten an ihrem eigenen Kreis ordentlich Beton an, ließen erst in der 8. Minute das erste Gegentor zu. Weil die Magdeburger aber im eigenen Angriff die Bälle auch viel zu oft leichtfertig verschenkten, hieß es da aus Gästesicht aber erst 2:1. Nach Portos Ausgleich brachten Zeljko Musa und Musche ihr Team wieder mit zwei Toren nach vorn. Auch nach 18 Minuten sah beim 8:6 aus SCM-Sicht noch alles nach einem entspannten Abend an der Atlantikküste aus.

 Doch dann hatten die verletzungsgeplagten Magdeburger den Angriffswellen der Portugiesen nichts mehr entgegenzusetzen. Beim Stand von 8:8 (19.) wechselte der SCM im Tor. Dario Quenstedt kam für Jannick Green. Aber Porto war nicht aufzuhalten. Per Kempa-Trick ging Porto durch Antonio Rodrigues Areia nach 20 Minuten erstmals in Führung (9:8) und durfte in den verbleibenden zehn Minuten bis zur Pause noch mal neun Tore werfen. Bei der Wurfeffiziens zeigte die Statistik 86:63 Prozent zugunsten Portos an.

Drachen-Halle kochte plötzlich

Die kleine Drachen-Halle kochte. Nur die mitgereisten SCM-Fans schauten geschockt ihrem Team beim Gang in die Kabine in die Kabine hinterher. Dort dürfte es so laut zugegangen sein wie in dieser Saison noch gar nicht. Motiviert und viel miteinander diskutierend kehrten die Magdeburger aber viel früher als der Gegner zurück. Auch der am Knie verletzte Christian O‘Sullivan biss auf die Zähne und zog sich seine Trainingsjacke aus.

Sullivan selbst und Weber machten mit ihren Toren zum 18:14 (33.) wieder Hoffnung. Aber die war schnell dahin. Als die Portugiesen beim Stand von 22:15 (36.) sogar einen Gegenstoß auf ihr leeres Tor noch abfangen konnten, war spätestens da klar, dass für den SCM in dieser Saison im EHF-Cup nicht mehr viel geht. Eine Viertelstunde vor Schluss baute Porto den Vorsprung sogar auf zwölf Tore (28:16) aus und ausgerechnet der in der Bundesliga so treffsichere Musche (mit sechs Toren bester SCM-Werfer) ballerte auf der Gegenseite beim Siebenmeter den Ball an die Latte. Es sollte einfach wirklich nicht sein.

SCM kämpfte sich noch mal ran

Respekt aber davor, dass die Magdeburger trotzdem nicht aufgaben und sich bis zum Ende wehrten. Zwei Minuten vor Schluss war der SCM sogar noch mal auf fünf Tore (32:27 für Porto) dran. Aber die noch nötigen zwei Tore warfen die Gastgeber. Portos Trainer Magnus Andersson: „Ich kann es gar nicht glauben. Magdeburg ist eines der besten Teams in der Welt.“ Wovon an diesem Abend in Porto aber leider nichts zu sehen war.

Bitter für die Magdeburger. In der letzten Saison stand der SCM ja noch im Final- Four-Turnier in eigener Halle und wollte nach der Niederlage im Halbfinale jetzt eigentlich nach dem Pott greifen. Aufgrund der dünnen Personaldecke könnte weniger Belastung aber gut für die Meisterschaft sein.

Statistik zum Spiel

FC Porto - SC Magdeburg 34:27 (18:2) 

FC Porto: Areia 9/2, Salina 6, Branquinho 4, Silva 4, Gomes 3, Magalhaes 3, Mbengue 2, Alvarez 2, Borges 1

SCM: Musche 6/2, O’Sullivan 4, Musa 4, Weber 4/1, Lagergren 3, Damgaard 3, Plaza Jimenez 2, Pettersson 1  

Schiedsrichter: Rickard Canbro / Jasmin Kliko (Schweden)

Zeitstrafen: 8 / 3

Siebenmeter: 4/2 – 5/3

Zuschauer:  1987