Berlin l Handball-Deutschland durfte sich gestern schon vor dem Anwurf freuen. Am Nachmittag, vor dem Spiel der WM-Gastgeber gegen Serbien, hatte Brasiliens Sieg gegen Korea für klare Verhältnisse gesorgt: Die DHB-Jungs gehen mit 3:1 Punkten in die Hauptrunde, das eigene Spiel an diesem Donnerstagabend ging nur noch in die Statistik ein.

Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop gewann dennoch mit 31:23 (16:12) – und blieb damit in der Vorrunde ohne Niederlage. Dass aber der große Druck raus war, zeigte schon der erste Angriff. Uwe Gensheimer spielte da kurz den Ball zu seinem Gegenspieler Bogdan Radivojevic, damit der die Kugel noch bisschen klebriger machen konnte.  Der DHB-Kapitän bekam den Ball dann mit einem Lächeln wieder zurückgespielt.

Musche zahlt Vertrauen zurück

Die Startsieben der deutschen Mannschaft zeigte indes, dass es um Spielpraxis für alle geht. So fingen Franz Semper im rechten Rückraum und Silvio Heinevetter im Tor an. Nach 15 Minuten kam auch der Magdeburger Matthias Musche und ersetzte auf Linksaußen Kapitän Gensheimer. „Ein schöner Abschluss in Berlin für mich vor einem erneut tollen Publikum“, sagte der 26-Jährige, der mit dem Team nach Köln weiterreist. „Und schön, dass ich das Vertrauen des Trainers mit fünf Toren zurückzahlen konnte.“ Musche war damit bester Werfer seiner Mannschaft. Ein Tor, und zwar das letzte, gelang selbst Keeper Silvio Heinevetter: „Wir wollten uns von Spiel zu Spiel steigern. Deshalb waren wir auch heiß auf einen Sieg gegen Serbien.“ Prokop ergänzte: „Wir wollten heute mit einem Sieg Dankeschön sagen.“

Spanien, Kroatien, Island

Das gelang. Wenn auch nach zähem Anfang. Semper war es, der nach einem 0:2 das erste Tor für das deutsche Team erzielte. Für die erste Führung (5:4/10.) sorgte Patrick Wiencek. Auch Musche brauchte seine Zeit, um nach seiner Einwechslung ins Spiel zu finden. Seinen ersten Wurf knallte der Linksaußen vom SCM noch weit am Tor vorbei. Nach 22 Minuten machte er es besser, lief nach innen an den Kreis und traf zum 12:10.

In der zweiten Hälfte durfte Musche sogar komplett ran. Und mehr noch: Nachdem Gensheimer seinen zweiten Siebenmeter verworfen hatte, „hat mir der Trainer gesagt, ich soll ran“, berichtete er. Diese Chance ließ sich Musche nicht entgehen. Aus dem Feld legte er auch noch das 24:16 (47.) nach.

Deutschland trifft in der Hauptrunde ab morgen in Köln auf Spanien, Kroatien und die Isländer, die am Sonnabend (20.30 Uhr/ARD) auch der erste Gegner sind. Trainer Prokop geht mehr als zuversichtlich in die drei schwierigen Partien. „Wir hatten eine schwere Vorrundengruppe. Dass wir da mit 3:1 Punkten durchgehen, ist eine tolle Sache. Jetzt haben wir alles selbst in der Hand."