Magdeburg l Als sich Matthias Musche Anfang der Woche auf dem Brocken mit seinem Labrador-Rüden Moritz fotografieren ließ, war auf dem Bild schwer zu erkennen, für wen die Tour zum 1142 Meter hohen Berg im Harz anstrengender war. „Moritz hatte seinen siebten Geburtstag. Da wollte ich mit ihm etwas Besonderes unternehmen. Aber aus der angedachten aktiven Regeneration ist das am Ende eher eine richtige Ausdauereinheit geworden“, berichtet Musche über seinen Ausflug in den Harz. Hinauf ist er über den Teufelsstieg marschiert, hinunter dann über den normalen Weg. Musche: „Durch die Feuchtigkeit wäre es hinunter sonst zu gefährlich gewesen, auf den vielen Steinen möglicherweise auszurutschen.“

Was sich Musche und seine Teamkollegen morgen Nachmittag (16 Uhr, Sky) auch beim Bergischen HC in der Wuppertaler Unihalle nicht leisten können. Musche: „Vor dem BHC habe ich einen Riesenrespekt und kann auf deren Leistungen als Aufsteiger nur Lobeshymnen anstimmen. Normalerweise versuchen Teams, die neu in der Bundesliga sind, über eine starke und aggressive Abwehr zu punkten. Aber der BHC spielt auch richtig guten Handball und macht viel Tempo.“

Gerade in eigener Halle wächst der BHC gerne über sich hinaus, hat von zwölf Heimspielen nur drei verloren. Und beim SCM entscheidet sich erst kurzfristig, ob Albin Lager- gren spielen kann. Der Schwede setzte zuletzt beim Training mit Problemen an der linken Schulter aus.

Dass es beim Hinspiel am Ende 32:27 für die Magdeburger hieß, daran hatte auch Musche einen Riesenanteil. Der Linksaußen warf im letzten September 16 Tore. Musche: „Das war schon ein einmaliges Gefühl. So viele Tore wirft man ja nicht alle Tage. Aber das hat für den Sonntag null Aussagekraft. Da geht alles wieder ganz von vorne los.“

Nachdem die Rhein-Neckar Löwen sich in Erlangen mit einem Punkt begnügen mussten, kann der SCM jetzt sogar wieder Rang drei aus eigener Kraft erreichen. Rechenspiele, die den 26-Jährigen aber nicht groß interessieren. „Ich denke wirklich nur an das Spiel beim Bergischen HC. Die zwei Punkte dort sind genau so wichtig wie die zwei Punkte von Kiel. Deshalb werden wir diese Partie auch hochkonzentriert angehen und so ausgiebig Videos schauen wie immer. Es bringt wirklich nichts, auf die anderen zu schauen. In der Bundesliga muss man jede Woche aufpassen und hochkonzentriert seinen Job machen. Damit sind wir bisher in der Saison ganz gut gefahren“, erklärte der Bundesliga-Toptorjäger (186).

Nach dem Spiel in Wuppertal ist für Musche aber erst einmal statt Brocken und SCM die Nationalmannschaft angesagt. Vom 5. bis zum 9. März versammelt Bundestrainer Christian Prokop die Nationalspieler bei einem Lehrgang in Kamen-Kaiserau. Und am 9. März steht dann in Düsseldorf (14 Uhr) gegen die Schweiz das erste Länderspiel nach der WM an.

Musche: „Die Einladungen zur Nationalmannschaft sind für mich immer eine absolute Ehre.“ Freuen darf sich der Magdeburger auch auf ein ganz besonderes Highlight zuvor. „Am Dienstag schauen wir uns in Dortmund das Champions-League-Rückspiel des BVB gegen Tottenham an. Nach dem FCM habe ich auch immer Symphatien für die Dortmunder gehabt. Auch das Stadion dort ist schon ein absoluter Hammer. Und nach dem 0:3 im Hinspiel ist richtig Spannung drin“, freut sich Musche darauf, nach Brocken und Bergischem mal einen Tag ohne Anstrengung und Siegesdruck zu verbringen. Und Moritz ruht sich derweil zu Hause für die nächste Bergtour mit seinem Herrchen in den Harz aus.