Magdeburg l In den frühen Morgenstunden kamen die Handballer des SC Magdeburg gestern wieder an der Getec-Arena an. Die Auswärtsfahrt nach Ludwigshafen hatte sich punktemäßig zwar gelohnt, war aber auch mit erheblichen Reisestrapazen verbunden. Gestern stand deshalb Regeneration auf dem Programm, heute haben die Spieler zudem einen freien Tag, bevor Trainer Bennet Wiegert sie morgen und am Montag wieder zum Training bittet.

Denn die Strapazen gehen ja weiter – am Dienstag schon startet der SCM in der Türkei gegen Besiktas Aygaz in Istanbul in die Gruppenphase der European Handball League (EHL). „Das, was wir in den vergangenen Tagen an Programm abgespult haben und was noch auf uns zukommt, ist schon heftig“, sagt Wiegert.

Wiegert spricht von solider Leistung

Der Trainer war nach dem 28:22 (13:11)-Sieg am Donnerstagabend bei den Eulen zufrieden, aber nicht euphorisch. „Wir haben jetzt nicht super gespielt, aber es war eine solide Leistung“, schätzt Wiegert den Auftritt ein. Allein aufgrund der Häufigkeit der Spiele könne es auch nicht sein, dass der SCM „in jeder Partie ein Feuerwerk abbrennt“.

Besonders geärgert hat er sich aber über die Trefferquote. Vor allem in der ersten Halbzeit ließen die Magdeburger etliche Torchancen ungenutzt: Gerade einmal 13 von 23 Würfen landeten im gegnerischen Kasten, das entspricht einer Quote von 56 Prozent. „Wenn wir die freien Würfe da nicht liegenlassen, ist das ein ganz anderes Spiel“, meint der Trainer. Der Halbzeitstand von 13:11 war für ihn deshalb „noch schmeichelhaft, da hätte es auch 13:13 stehen können“.

75 Prozent Trefferquote in zweiter Hälfte

Allerdings gelang es seiner Mannschaft nach Wiederanpfiff, sofort die Kontrolle zu übernehmen und bis zur 40. Minute auf 20:13 davonzuziehen. „Da haben wir klar Schiff gemacht“, lobt Wiegert. Auch die Trefferquote stabilisierte sich deutlich, der SCM konnte jetzt 15 von 20 Würfen (75 Prozent) im Tor unterbringen. Letztlich hätte das Ergebnis sogar noch höher ausfallen können, doch beschränkte sich der SCM in der Schlussphase vorrangig aufs Verwalten.

Aber auch das ist insofern nachvollziehbar, da die Profis eben schon am Montag in den Flieger nach Istanbul steigen. In der EHL steht dort nämlich das erste Spiel der Gruppenphase gegen den türkischen Vertreter Besiktas Aygaz (19.45 Uhr deutscher Zeit) an.

Corona-Risikogebiet

Die Reise in das Corona-Risikogebiet ist vor allem organisatorisch mit einem enormen Aufwand verbunden. Die Europäische Handball Föderation (EHF) hat dafür eigens Hygienepläne entworfen, die die beteiligten Mannschaften einhalten müssen.

Dass der internationale Wettbewerb trotz der Vorkehrungen auf extrem wackligen Beinen steht, haben zuletzt die Rhein-Neckar Löwen erfahren. So ist ihr EHL-Auswärtsspiel am 27. Oktober in Ungarn bei Tatabayana abgesagt worden, da der Gastgeber mehrere Corona-Fälle in seinen Reihen hat. Und auch der nächste Gegner des SCM, Montpellier aus Frankreich, meldete am Donnerstag gleich sechs infizierte Spieler. Konsequenzen für die Partie sind noch ungewiss. Die Krux bei der Sache: Ob und wann Spiele in der eng getakteten Saison nachgeholt werden können, steht in den Sternen.