Magdeburg l Der frühere Weltklasse-Spieler, der als Aktiver und Trainer Weltmeister wurde, starb am Sonntagabend nach langer Krankheit eine Woche vor seinem 86. Geburtstag in der Immanuel-Klinik in Rüdersdorf.

„Grüß Mama“ - so drückte Stefan Kretzschmar die Trauer über den Tod seines Vaters auf Instagram aus. Dazu stellte er ein schwarz eingerahmtes Foto, das ihn als jungen Spieler im Trikot des SC Dynamo Berlin mit seinem Vater zeigt. Erst vor sieben Monaten war Stefan Kretzschmars Mutter Waltraud im Alter von 70 Jahren gestorben.

Weltmeister als Spieler und Trainer

Peter Kretzschmar war als Spieler von 1954 bis 1963 für den SC Lokomotive Leipzig aktiv und wurde 1963 mit der DDR Weltmeister im Feldhandball. Im Finale bezwang sein Team die BRD mit 14:7. Als Trainer gewann Kretzschmar 1975 – sensationell in der Sowjetunion gegen die Gastgeber – und 1978 zwei weitere WM-Titel. Die DDR-Frauen führte er zu Olympiasilber 1976 in Montreal und zu Olympiabronze 1980 in Moskau.

1986 beendete Peter Kretzschmar seine Tätigkeit als Nationaltrainer und feierte auch auf Vereinsebene große Erfolge. Mit den Frauen des SC Leipzig gewann er als Trainer unter anderem zehn Meisterschaften, dazu internationale Titel. Beim SCL fand er auch die Liebe seines Lebens und heiratete 1971 seine Waltraud. Zwei Jahre später kam Stefan zur Welt, 1978 Tochter Katharina.

„Peter Kretzschmar war einer der ganz Großen des Handballsports – sowohl als Aktiver als auch als Trainer. Er hat den Frauenhandball der Siebziger- und Achtzigerjahre geprägt und zahlreiche Spielerinnen in die Weltklasse geführt. Unser Mitgefühl gilt der Familie“, kondolierte der Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB) Andreas Michelmann.

Beileid aus Magdeburg

Auch der SC Magdeburg sprach nach der Nachricht vom Tod der Handball-Legende sein Beileid aus. Mit Erwin Nist spielte der heutige Schiedsrichter-Betreuer der SCM-Youngsters mit Kretzschmar senior noch in einem Team. „Wir haben fünf, sechs Jahre in Leipzig zusammengespielt. Einmal im Jahr wird ein Treffen organsiert. Peter war aber das letzte Mal vor drei Jahren in Bad Kösen dabei. Schlimm, jetzt davon zu hören, dass er gestorben ist. Mein tiefstes Beileid“, so der 82-Jährige.