Schönhausen/Scharlibbe l  Irgendwann beruflich auf eigenen Beinen zu stehen, schwebte ihr schon vor, als sie sich 2013 – bis dato im Einzelhandel tätig – mit der Ausbildung zur Ergotherapeutin neu orientierte. Mit dem Abschluss in der Tasche fand sie Anstellung in einer Praxis in Premnitz, in der sie bis Sommer letzte Jahres in leitender Funktion tätig war.

Die Zeit war nun reif für die Selbstständigkeit. Bei der Suche nach geeigneten Räumen auf der Strecke zwischen Tangermünde und Havelberg, wo es Ergotherapien gibt, stieß sie auf Passendes in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Schönhauser Schulstraße, früher Schule. Hier hatte Tierarzt Christian Löffler lange seine Praxis. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten machte sich Diana Bachmann an die Arbeit und gestaltete die Praxis nach ihren Vorstellungen um. Denn die Patienten sollen während der Therapie nicht Platz für die verschiedensten Behandlungen haben, sondern sich auch wohlfühlen. Nun ist alles fertig und die ersten Patienten kommen. Diese werden vom Hausarzt zur Therapie überwiesen und haben die unterschiedlichsten Einschränkungen. „Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die aufgrund von Krankheiten, Unfällen oder auch altersbedingt in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist es, dass sie durch die Verbesserung von Bewegung und Motorik und auch das Training der Hirnleistung den Alltag in ihrem persönlichen Umfeld bestmöglich meistern“, fasst die 34-Jährige das Anliegen zusammen.

Und sie nennt Beispiele aus ihrer Arbeit: „Ich habe eine Frau betreut, die nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt im Rollstuhl saß und sechs Jahre nicht aus ihrer Wohnung im oberen Stockwerk konnte. Am Ende der Therapie ist sie die Stufen nach unten an Krücken gelaufen – ein bewegender Moment für sie und mich. Oder das Kindergartenkind, das Entwicklungsverzögerungen und auch Verhaltensauffälligkeiten hatte. Um den Jungen auf die Schule vorzubereiten, haben wir intensiv gearbeitet, beispielsweise das Halten und Führen des Füllers und der Schere geübt. Wir haben nicht nur die Feinmotorik, Krafteinschätzung und Auge-Hand-Koordination geübt, sondern dem Kind auch Ängste genommen und sein Selbstbewusstsein gestärkt, so dass es einen guten Start in den Schulalltag hatte. Deshalb ist bei jungen Patienten die Zusammenarbeit nicht nur mit dem Elternhaus, sondern auch mit Kindergarten und Schule wichtig.“ Auch Menschen, die beispielsweise während oder nach einer Krebsbehandlung unter Schmerzen leiden, finden bei der Ergotherapie Linderung.

„Das breite Spektrum der Einschränkungen und Erkrankungen und der Therapiemöglichkeiten macht die Arbeit abwechslungsreich“, hat Diana Bachmann die Entscheidung, Ergotherapeutin zu werden, nicht bereut. „Es ist ein gutes Gefühl, den Menschen helfen zu können.