Zerbst/Bitterfeld l 2005 baute Katja Erxleben das damals gegründete Jobcenter in Zerbst mit auf. Jetzt kehrt sie an die Spitze der kommunalen Institution zurück, die nach der Gebietsreform in der KomBA-ABI aufging. Mit dem Jahreswechsel löste sie Volker Krüger als Vorstand ab. „Ich hab’ die Ausschreibung gesehen, mich beworben und es hat geklappt“, freut sie sich auf ihre neue Aufgabe.

Noch steckt Katja Erxleben mitten in der Einarbeitung, ist damit befasst, sich einen Überblick über die einzelnen Standorte zu verschaffen. Neben dem Hauptsitz in Bitterfeld und einer dortigen Außenstelle gibt es Nebenstellen in Köthen und Zerbst. Insgesamt 291 Frauen und Männer sind der 51-Jährigen unterstellt. Gespräche mit Führungskräften hat sie bereits hinter sich und ein festes Ziel vor Augen: die Integration der betreuten Kunden auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Individueller vermitteln

„Die direkte Vermittlung wird immer schwieriger“, gesteht Katja Erxleben. Das Problem möchte sie angehen. „Wir müssen schauen, mit welchen Instrumenten wir es schaffen, die Leute auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen“, sagt sie. Eine Analyse der Personenkreise soll die Basis für ein Konzept bilden, das wegführt von globalen Beschulungen hin zu individuelleren Lösungen, wie es die studierte Betriebswirtschaftlerin mit der reichen Verwaltungserfahrung ausdrückt. „Wir müssen gucken, was für Kompetenzen vorhanden sind“, bemerkt sie hinsichtlich der Eingliederungsmöglichkeiten.

Ihr Augenmerk gilt insbesondere den Alleinerziehenden, „um die Chancengleichheit zu erhöhen“, begründet die neue Jobcenter-Chefin. Aber auch die unter 25-Jährigen liegen ihr am Herzen. „Viele von ihnen haben keinen Schulabschluss“, weiß sie und ergänzt: „Wir müssen zusehen, dass sie wenigstens den Hauptschulabschluss ablegen.“ Eine anschließende Ausbildung würde die Chancen für einen Job ebenfalls deutlich verbessern.

Maßnahmen auf Nutzen prüfen

Den höchsten Anteil unter den 8023 Bedarfsgemeinschaften, die die KomBA momentan betreut, machen die Singles mit gut 60 Prozent aus, blickt Katja Erxleben in die aktuelle Statistik. „Vor einem Jahr lag die Zahl der Bedarfsgemeinschaften noch bei 8752“, zieht sie den Vergleich.

„Der Fokus muss sein: Raus aus dem SGB II“, konstatiert die 51-Jährige. Sprich: weg von der reinen Grundsicherung hin in eine feste Anstellung. Ein Instrument, um die Jobcenter-Kunden fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen, sind verschiedene Maßnahmen. Auch diese sollen genau auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. „Es darf sich hier nicht nur um eine reine Beschäftigung handeln, eine Förderung für den Teilnehmer muss ersichtlich sein“, betont Katja Erxleben. Zudem möchte sie eine Verweildauer definieren, um zu verhindern, dass jemand über längere Zeit nur in einer Maßnahme feststeckt, was ihn letztlich nicht wirklich weiterbringt.

Stellenakquise neu ausrichten

Bei der Akquise potentieller Stellen soll ebenfalls eine Neuausrichtung erfolgen, um die Arbeitgeber nicht zu verprellen. Denn mitunter gibt es für bestimmte Jobangebote einfach keine geeigneten Kandidaten, wie Katja Erxleben beim Gespräch in der Zerbster Vertretung der KomBA verdeutlicht. 39 Mitarbeiter sind hier in den Räumen des früheren Landratsamtes tätig und das zukünftig gemeinsam mit der Arbeitsagentur. Sobald der Kreis sein Gebäude am Fischmarkt saniert und als zentralen Verwaltungssitz hergerichtet hat, werden das Veterinäramt, Jugendamt, Sozialamt und Gesundheitsamt aus dem Objekt in der Fritz-Brandt-Straße 16 ausziehen.

Volker Krüger ist derweil in die Kreisverwaltung zurückgekehrt, wo er den Bereich Landrat verwaltet. Von Landrat Uwe Schulze (CDU) hat er zugleich den Vorsitz im Verwaltungsrat des Jobcenters übernommen.