Staßfurt l Das Gefühl von Heimat. Florian Heidler kennt es. Der 29-Jährige ist viel herumgekommen. Das neue scheut er nicht. Im Gegenteil. Beruflich hat der junge Mann viel erreicht. „Zuhause ist es am schönsten“, sagt das Sprichwort. Florian Heidler unterschreibt das sofort. Er hat kein Auto, ist mit dem Zug unterwegs. Immer wenn die Ortsnamen an den Bahnhofsschildern ihm vertrauter werden, dann weiß er „Ich bin zu Hause“. „Das ist schwer zu beschreiben. Ein besonderes Gefühl stellt sich ein. Es ist beruhigend. Sicherheit, Vertrautheit, Geborgenheit schwingen mit. Hier sind die Familie und die Freunde.“

Florian Heidler ist in die Heimat zurückgekommen. Er ist ab Januar Leiter des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt Staßfurt. Eine verantwortungsvolle Aufgabe. Denn alles, was die Verwaltung an Fördermitteln anfordert, an Leistungen ausschreibt, an Jahresabschlüssen und Etatplanungen aufstellt, als Investition tätigt, wird über seinen Tisch gehen. „Ich freue mich auf die Herausforderung.“

Viel erreicht

Das nötige Rüstzeug bringt der gebürtige Staßfurter mit. Er ist in der Kottenstraße aufgewachsen. Als er sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Schneidlingen. Florian beendete die Schule mit dem erweiterten Realschulabschluss. Er wusste, was er wollte. Nämlich einen Job im Büro. Den Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellter fand er beim früheren Bundesgrenzschutz, heute die Bundespolizei. Dafür ging er nach Berlin. „Das war ein Kulturschock: Aus dem beschaulichen Dorf in die Bundeshauptstadt.“ Dennoch sagt er heute, Berlin sei eine wichtige und schöne Erfahrung in seinem Leben gewesen.

Doch es zog ihn zurück nach Hause. Ein neues Ziel vor Augen. Die Arbeit in der öffentlichen Verwaltung. Am Fachgymnasium musste er erst die Hochschulreife erlangen, um mit dem Studium beginnen zu können. Auch Fachabitur und Studium meisterte er, die Hochschulreife sogar als Klassen- bester.

Rückkehr

Als es darum ging, einen Job zu finden, rief erneut die weite Welt. Florian Heidler hatte sich deutschlandweit beworben. Bei der Münchener Stadtverwaltung fand er einen Posten und wurde persönlicher Mitarbeiter des Leiters vom Kassen- und Steueramt. Nebenberuflich studierte er weiter, Masterabschluss, Kommunaler Finanzbuchhalter und Verwaltungsbetriebswirt. Allerdings: das Zuhause war immer genauso in seinem Kopf, wie der Wille sich zu qualifizieren. Regelmäßig stöberte Florian in den Stellenanzeigen und fand die Ausschreibung der Stadt Staßfurt. Im August war das Vorstellungsgespräch, zum neuen Jahr fängt er an. Alles wird anders: in München hatte er 400 Kollegen im Amt, 35.000 in der gesamten Verwaltung. In Staßfurt leitet Florian ein Dreierteam. „Ich freue mich wirklich auf das, was mich erwartet und die ersten Kontakte zu Kollegen waren sehr freundlich.“ Die Wohnung in Staßfurt hat er gefunden. „So wie ich sie mir vorstelle, und bezahlbar.“ Weihnachten wurde in der Familie gefeiert, ohne dass vorher Bahnfahrpläne studiert werden mussten.

Florian Heidler ist immer an die Orte gegangen, an denen er sich verwirklichen konnte. Jetzt ist er zu Hause. Was ist, wenn das Fernweh kommt? „Es ist gut, dass man als junger Mensch alle Chancen wahrnimmt, die sich vor einem auftun. Ich würde das immer wieder so tun.“ Fernweh stelle sich bei ihm nicht ein, denn das Heimweh war immer stärker.

Termin

Am 27. Dezember lädt die Messe „daheimsein" von 10 bis 14 Uhr erstmals in das Sparkassenschiff in der Lehrter Straße 15 in Staßfurt. Die Arbeitsagentur ist mit Vermittelern da. Ebenso Wirtschaftsförderungen des Kreises, aus Bernburg und Staßfurt. Der Wirtschaftsrat und die Wirtschaftsjunioren aus Schönebeck kommen. Dazu Firmen wie Soda Staßfurt, Serumwerk Bernburg, Cargill Barby, Exte Nienburg, Bischoff Federn Staßfurt, Möller Industrietechnik Hecklingen, Henschel Metallbau Tornitz, Novo-Tech Aschersleben, Almeco Bernburg.