Berlin (dpa) - Schon die Anfangssequenz ist ein atemberaubend rasantes Cartoon: Der pflichtbewusste Roger Rabbit soll auf Baby Herman aufpassen, doch das hat eine Dose voller Kekse weit oben auf einem Küchenschrank entdeckt - und der Babysitter hat seine Mühe, das kletterwütige Kind einzufangen.

Regalbretter krachen herunter, Töpfe und gefährlich scharfe Messer fliegen umher, der Ofen speit Feuer. Roger Rabbit gibt alles, doch gegen das selig vor sich hin krabbelnde Baby hat er kaum eine Chance.

Dies ist allerdings nur der slapstickartige Auftakt zu dem deutlich facettenreicheren und vor allem noch immer äußerst komischen Film "Falsches Spiel mit Roger Rabbit". Denn auch wenn die mit drei Oscars ausgezeichnete Mischung aus Film noir und überdrehter Komödie von Regisseur Robert Zemeckis bereits 1988 erschien, hat sie von ihrem Witz und ihrem Tempo nichts verloren: Hier leben Menschen mit Zeichentrickfiguren - den Toons - wie dem Hasen Roger Rabbit in einer Stadt zusammen. Irgendetwas aber scheint den Schauspieler Roger Rabbit zu bedrücken. Deswegen beauftragt der Filmstudio-Boss Maroon den abgehalfterten Privatdetektiv Eddie Valiant (Bob Hoskins), Rogers Ehefrau Jessica Rabbit zu beschatten. Vielleicht betrügt sie ihren Mann ja?

Dabei besticht nicht nur die Idee, die reale Welt mit der von Cartoons zu vereinen. Sie ist auch technisch hervorragend umgesetzt. Vor allem aber sprüht "Who Framed Roger Rabbit", so der englische Originaltitel, nur so vor originellen Einfällen und Filmzitaten. Da sind tragbare Löcher und mobil einsetzbare, schlagende Fäuste sowie verstaubte Miniatur-Cowboys und -Indianer, die als Pistolen-Munition durch die Gegend fliegen. Auch die Geschichte um Roger Rabbit schlägt so einige überraschende Wendungen, denn schon bald kommt der Detektiv einer ziemlich großen Verschwörung auf die Spur.

Hinzu kommen die vielen "Gastauftritte" von Zeichentrickstars wie Donald Duck, Bugs Bunny, Mickey Mouse und der schwarz-weiß gezeichneten Betty Boop (die nun zur Zeit des Farbfilms arbeitslos ist). Schön auch die cleveren Anspielungen auf die Metaebene, etwa wenn die unverschämt laszive Jessica Rabbit mit ihren ausladenden Kurven sagt: "Ich bin nicht schlecht, ich bin nur so gezeichnet". Mehr als 30 Jahre ist "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" nun schon alt, doch davon ist dem Film nichts anzumerken - diese Komödie ist auch nach Jahrzehnten noch ein amüsanter Spaß!