Klötze l Karl-Heinz Berger ist fast täglich in der Klötzer Innenstadt von der Mittelstraße bis zum Kreisel an der Bahnhofstraße zur Ergotherapie und Physiotherapie unterwegs. Doch eine Sitzgelegenheit findet der Mann, der vor fünf Jahren einen Schlaganfall erlitten hat, in diesem Abschnitt nicht. Doch nicht nur der frührere erfolgreiche Tischtennisspieler sprach dieses Problem während des Gesprächskreises zum Thema „Teilhabebarrieren und Inklusion in der Einheitsgemeinde“ im Klötzer Rathaus am Dienstagabend an. Auch Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt brachte das Problem in Anwesenheit der Seniorenbeauftragten der Kommune, Hannelore Reinecke, sowie der Teilhabemanagerin im Altmarkkreis, Steffi Schitteck, zur Sprache.

Wie Hans-Jürgen Schmidt ausführte, gibt es in der Stadt vier Senioren- und Pflegeheime, aber auch kaum Sitzmöglichkeiten für die Rentner, wenn sie in der Stadt unterwegs sind.

Dabei machten die vier Gesprächspartner vor Ort gleich Nägel mit Köpfen und legten fest, wo noch Bänke in der Stadt aufgestellt werden können. Eine sollte an der Hagenstraße stehen, weil in diesem Bereich Heimbewohner und Patienten mit ihrem Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind und keine Pause einlegen können, weil keine Sitzgelegenheiten vorhanden sind. „Bänke sind noch vorhanden. Sie müssen nur aufgestellt werden“, meinte der Klötzer Ortsbürgermeister. Er wird das Thema während der nächsten Zusammenkunft des Ortschaftsrates auf die Tagesordnung setzen.

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Geeignete Plätze sind selten vorhanden

Wo noch in der Stadt eine Bank Platz finden könnte, dazu gab es einige Vorschläge. In der Nähe der Sparkasse, war eine Idee, doch in diesem Bereich findet sich kein geeigneter Platz. Ortsbürgermeister Schmidt, Karl-Heinz Berger und die Seniorenbeauftragte Hannelore Reinecke hoffen, dass der Gaussche Park im kommenden Jahr fertiggestellt wird und es dann dort reichlich Bänke zum Ausruhen nicht nur für die Senioren der Stadt geben wird. Auch der Abschnitt vom Lidl zum Rathaus war ein Vorschlag, genauso wie der Bereich am Aldi- und Edeka-Parkplatz. Für Hans-Jürgen Schmidt ist zudem wichtig, dass der Weg vom Penny-Markt bis zum Aldi- und Edeka-Parkplatz so freigehalten werde, dass ihn auch Senioren mit ihrem Rollator benutzen können.

Positiv merkte die Gesprächsrunde an, dass vor dem Rathaus auf Grund des Seniorenpflegeheimes am Schulplatz ausreichend Sitzmöglichkeiten bereits vorhanden sind.

Die allgemeine Barrierefreiheit in der Stadt war während des Treffens auch Thema. Dabei stand der fehlende, barrierefreie Zugang zum Immekather Friedhof auf der Tagesordnung. Noch immer ist das Problem mit der barrierefreien Treppe mit einer Steigerung von etwa drei Prozent nicht vom Tisch. Auch weil die örtlichen Gegebenheiten besonders kompliziert seien.

Aber auch in der Stadt selbst müssten Gehbehinderte oder Rollstuhlfahrer einige Hindernisse auf sich nehmen, um ans Ziel zu kommen. So in der Bibliothek. Dort ist der Klingelkopf am Eingang zu hoch angebracht und für Rollstuhlfahrer schwer zu erreichen. „Er müsste unbedingt tiefer installiert werden“, merkte Hannelore Reinecke an. Das dürfte keine Problem sein, ergänzte Hans-Jürgen Schmidt. „Der Wunsch nach einem Fahrstuhl in der Einrichtung kann hingegen aus finanziellen Gründen vorerst nicht erfüllt werden“, merkte die Seniorenbeauftragte der Einheitsgemeinde an.

Einfacher zu beschaffen ist ein Hinweisschild vor dem Klötzer Rathaus, besonders für Auswärtige, die gehbehindert sind oder im Rollstuhl das Gebäude über den Fahrstuhl am Hofeingang erreichen wollen. Darum kümmert sich Hannelore Reinecke demnächst.