Lichterfelde l Ein reiner Zufall. Als Marieke Schneider gefragt wird, ob sie das Vereinslogo des Wischevereins zum Lächeln bringen kann, hat sie gerade einen richtigen Elefanten fertig gemalt. „Nein, es heißt gezeichnet“, stellt die 17-jährige Lichterfelderin gleich richtig – ihr Hobby liegt ihr sehr am Herzen. Seit vier Jahren schult Marieke Schneider ihr Talent autodidaktisch. Mit Bleistiften und Aquarellstiften bringt das Wischekind mal eine Stadtansicht, mal eine freche Katze, mal eine Fantasyfigur zu Papier. Dabei zeichnet die Elftklässlerin immer realistisch. „Ich zeichne nach, was ich sehe.“ Und das mittlerweile so gut, dass neben der Familie auch das Umfeld staunt, sich fremde Menschen von Marieke Schneider ihre Tattoos, Pferde oder Katzen zeichnen lassen, weil sie über die sozialen Medien auf die Lichterfelderin aufmerksam geworden sind.

Künstlerin aus Domsühl kommt dazu

Die Mappe mit den eigenen Arbeiten wurde immer dicker, weswegen die Idee zur ersten Ausstellung irgendwann fast ganz alleine kam. Die „Kultourspur“ des Wischevereins als Gelegenheit lag nahe, da dieser ohnehin noch nach einem Kulturpunkt mitten in der Wische suchte „und ich mich freue, diese schöne Entwicklung unterstützen zu können“. Aber gleich so ganz alleine ausstellen? Muss ja nicht sein. In der Ölmalerin Jutta Görres aus Domsühl bei Parchim hatte Marieke Schneider schnell eine zweite Künstlerin gefunden. Aus der Verwandtschaft, wo Wiederrede ohnehin zwecklos gewesen wäre. Lachen ist erlaubt, „wir wollen uns einen schönen Tag machen“. Am Sonnabend, 8. Juni, zu Hause auf Schneiders Wiese. „Mit Stift und Pinsel – zwei Künstlerinnen im Duett“, der Titel war schnell gefunden.

„Marieke ist unsere jüngste Teilnehmerin. Das ist total super, wir wollen ja unbedingt die Jugend mit ins Boot holen“, sagt der Wischevereinsvorsitzende Helmut Sasse. Ein Bonbon, dass die Jüngste im Bunde nun auch noch das „Kultourspur“-Logo für die Volksstimme zeichnete. Ratzfatz hatte sie das Vereinslogo, den Wischefanten, zum Lachen gebracht und ihm einen Pinsel in den Rüssel gesteckt. „Für mich ist er ein Mädchen, ich hab ihm zwei schöne Klimper-Wimpern gezeichnet.“

Bilder

Unbedingt in der Altmark bleiben

Wische? Elefant? Noch bevor der Wischeverein das Erstellen seines Logos seinerzeit in professionelle Hände an eine Hamburger Agentur gegeben hatte, war der Gedanke an den Elefanten da. „Das ist uns beim Studieren der alten Wischekarten sofort aufgefallen“, erinnert sich Helmut Sasse. „Mensch, das sieht ja aus wie ein Elefant.“ Mittlerweile klebt dieser auf der Heckklappe von zig Autos. Sehr wahrscheinlich, dass das auch bei Marieke Schneider bald so sein wird. Nach dem Abitur möchte sie in Stendal Kindheitspädagogik studieren, später im Jugendamt arbeiten. „Ich will auf jeden Fall hierbleiben.“ Das sei im Übrigen bei vielen ihrer Freunde so. „Und viele von ihnen kommen auch zu meiner Ausstellung, ehrlich, ich bin total aufgeregt, aber positiv aufgeregt.“