Achenbach erneut zu Schadensersatz verurteilt
Kunstberater Helge Achenbach sitzt im Gefängnis. Aber die Prozessserie gegen ihn geht weiter. Nun ist er wieder verurteilt worden.
Düsseldorf (dpa) - Der seit über 15 Monaten inhaftierte Kunstberater Helge Achenbach ist erneut zu einem Millionen-Schadensersatz verurteilt worden. Der 63-Jährige muss dem Unternehmer Bernd Viehof rund 1,2 Millionen Euro wegen überhöhter Rechnungen und nicht abgesprochener Provisionen bei Kunstverkäufen zahlen.
Das entschied das Landgericht Düsseldorf am Freitag in einem Zivilverfahren. Achenbach habe seinen Geschäftspartner arglistig getäuscht, urteilte Richter Wilko Seifert. Der Kunstberater hatte Viehof 58 Papierarbeiten und sieben Ölgemälde von Georg Baselitz sowie eine Skulptur von Tony Cragg verkauft.
Außerdem muss Achenbach Viehof ein Darlehen in Höhe von 1,75 Millionen Euro zurückzahlen. Dies hatte Achenbach im Vorfeld anerkannt. Achenbach war zusammen mit Viehof Mitgesellschafter der renommierten Kunstsammlung Rheingold.
Die insgesamt 65 Baselitz-Werke hatte Achenbach nach Angaben des Richters bei einer Galerie für rund 2,9 Millionen Euro gekauft und Viehof dann eine Rechnung über 3,8 Millionen Euro gestellt, auf die er zusätzlich 15 Prozent Aufschlag erhoben habe. Ähnlich sei er bei dem Verkauf der Cragg-Skulptur vorgegangen.
Das Muster ähnelt den Geschäften, die Achenbach mit dem 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht abgewickelt hatte. Wegen Betruges an Albrecht und einem weiteren Unternehmer war Achenbach im März zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem soll er 19,4 Millionen Euro Schadensersatz an die Albrecht-Familie zahlen. Beide Urteile hat er angefochten.