Magdeburg l Kutscher-Krimis sind längst Kult. Aber nicht nur Leser schätzen den Schreiber, der mit seinen Romanen in das Berlin der späten 1920er und 1930er Jahre entführt. Volker Kutscher ist längst auch durch das Fernsehen bekannt. Mit seinem Kommissar Gereon Rath hat er die Vorlage geschrieben für die historische TV-Erfolgsserie „Babylon Berlin“ (in Regie von Tom Tykwer).

Jetzt ist im kleinen Berliner Galiani Verlag ein neues Buch von Kutscher erschienen. „Moabit“ ist der siebte Teil der Bestseller-Reihe. Erstmals hat Kutscher dafür mit der Berliner Illustratorin Kat Menschik zusammengearbeitet. Beide werden mit dem optisch anspruchsvollen Buch zu den Literaturwochen in Magdeburg erwartet. Zudem zeigt die Illustratorin in gleich zwei Ausstellungen im Literaturhaus und im wenige Meter entfernten Volksbad Buckau, warum sie mit ihren Arbeiten schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Zu sehen sind natürlich ihre Sichten auf das Böse in der Literatur, bebilderte sie doch beispielsweise Edgar Allan Poes „Unheimliche Geschichten“ oder „Die Bergwerke zu Falun“ von E. T. A. Hoffmann.

Wolfgang Hohlbein stellt Thriller vor

Das Motto der Literaturwochen, die das Literaturhaus mit der Stadt Magdeburg und zahlreichen weiteren Partnern zum 13. Mal veranstaltet, zieht sich durch das komplette Programm mit seinen Lesungen, Theateraufführungen, der Sonntagsmatinee. Natürlich wird gemordet. Wolfgang Hohlbein, der auflagenstarke deutsche Fantasy- und Thriller-Schreiber, lässt in Chicago eine wahre Killermaschine Angst und Schrecken verbreiten. Sven Stricker hat Kriminalhauptkommissar Sörensen erfunden, der ab Herbst zum zweiten Mal ermittelt und sich mit religiösem Fanatismus befassen muss. Das Buch soll auch verfilmt werden.

Doch das Böse in der Literatur ist weit mehr als Mord und Totschlag. Für Literaturhaus-Chefin Ute Berger spielt die psychologische Seite, das Seelenleben der Menschen, eine wichtige Rolle. Damit beschäftigt sich Alexander Suckel, der Chef des Literaturhauses Halle, der seinen Debütroman in Magdeburg präsentieren wird. Die Schriftstellerin und Journalistin Barbara Sichtermann schreibt in einer Roman-Biografie über das Leben und die Leidenschaften der „Frankenstein“-Schöpferin Mary Shelley. Ohne das Böse könne das Gute nicht wirken und gewinnen, meinen die Magdeburger Schreibkräfte und begeben sich mit dem von Schuldgefühlen und Verzweiflung geplagten Raskolnikow aus Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“ auf Spurensuche im Ich.

„Wir nähern uns dem Bösen in der Literatur auf sehr verschiedene Weise“, sagt Ute Berger und spricht dabei auch von der Mischung zwischen Gänsehaut und Humor. Letzteres wird mit der kulinarischen Kurzkrimi-Anthologie „Blasenwurst und tote Oma“ aufgetischt.

Hier finden Sie das komplette Programm der Magdeburger Literaturwochen.

Auskünfte und Voranmeldungen im Literaturhaus, Telefon 0391/4044995.