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  7. DDR-Kinderbücher: Diese Klassiker waren in jedem Kinderzimmer

Kindheit im Osten Diese Kinderbücher durften in der DDR in keinem Kinderzimmer fehlen

Die Geschichten wurden immer wieder vorgelesen und blieben für immer im Herzen. Sie begleiteten viele Kinder durch ihre DDR-Kindheit und sind bis heute unvergessen. Welche Kinderbücher damals in fast keinem Haushalt fehlten.

Von Jonas Lohrmann Aktualisiert: 26.01.2026, 15:59
In der DDR wurde viel gelesen. Mehr als 120.000 Kinder- und Jugendbücher erschienen zwischen 1945 und 1990.
In der DDR wurde viel gelesen. Mehr als 120.000 Kinder- und Jugendbücher erschienen zwischen 1945 und 1990. (Foto: Imago/NBL Bildarchiv)

Halle (Saale)/Magdeburg/DUR. – Nicht nur heute begleiten Kinderbücher viele Menschen ein Leben lang. Sie werden vorgelesen, immer wieder angeschaut und bleiben oft bis ins Erwachsenenalter im Gedächtnis. Auch in der DDR entstanden im Laufe der Jahre echte Klassiker der Kinderliteratur, die Generationen prägten.

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Bücher aus dem Westen waren selten. Umso wichtiger waren die Geschichten aus der DDR selbst. Sie lagen auf dem Nachttisch, standen im Kindergarten oder im Bücherregal zu Hause. Für viele Ossis sind sie bis heute ein Stück Kindheit.

1. Alfons Zitterbacke (1958)

Er war tollpatschig, oft ungeschickt und geriet ständig in Schwierigkeiten. Die Rede ist natürlich von Alfons Zitterbacke. Erfunden wurde die Figur von Gerhard Holtz-Baumert, das erste Buch von mehreren erschien im Jahr 1958.

In Zitterbackes Geschichten ging fast immer etwas schief: Raketenexperimente misslangen, Mutproben endeten peinlich und schulische Aktionen liefen völlig aus dem Ruder. Doch eines war typisch für den Pechvogel: Trotz aller Rückschläge gab er niemals auf.

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Viele Kinder fühlten sich verstanden, weil Alfons kein perfekter Held war, sondern immer wieder Fehler machte. Auch wenn er in den Geschichten oft ausgelacht wurde, blieb er für die Leser sympathisch. Vielen ist der Spottreim "Zitterbacke, Hühnerkacke" noch gut in Erinnerung.

Bereits in der DDR wurde Alfons Zitterbacke verfilmt.
Bereits in der DDR wurde Alfons Zitterbacke verfilmt.
(Foto: Imago/United Archive)

Die Bücher wurden schnell sehr beliebt und machten Alfons Zitterbacke zu einer der bekanntesten Kinderfiguren der DDR, deren Geschichten 1966 auch verfilmt wurden. Nach der Wende entstanden weitere Filme, die den Pechvogel noch bekannter machten. Teile davon wurden auch in Merseburg und Halle gedreht.

2. Bootsmann auf der Scholle (1959)

Das Buch stammt von einem der bekanntesten Kinderbuchautoren der DDR. Benno Pludra veröffentlichte im Jahr 1959 den Titel "Bootsmann auf der Scholle". Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Hundes, der auf einem Fischkutter lebt und dort den Alltag der Erwachsenen miterlebt.

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Die Geschichte ist ruhig und freundlich gehalten. Sie kommt ohne große Abenteuer aus und zeigt stattdessen das einfache Leben an der Küste. Genau das schätzten viele Eltern. Kinder lernten beim Lesen, aufmerksam zu sein und genau hinzuschauen. Das Buch war so beliebt, dass es drei Jahre später von Werner Krauße verfilmt wurde.

3. Der kleine Angsthase (1963)

Für viele Ossis ist es das erste Kinderbuch, das ihnen einfällt: "Der kleine Angsthase". Das Bilderbuch erschien im Jahr 1963 und wurde von der Illustratorin und Autorin Elizabeth Shaw geschrieben und gezeichnet. Die Geschichte handelt von einem kleinen Hasen, der vor fast allem Angst hat: vor Hunden, vor Gewitter und sogar vor seinem eigenen Schatten.

Gelesen wurde zu DDR-Zeiten nicht nur im Kinderzimmer, sondern überall dort, wo Zeit für Geschichten war.
Gelesen wurde zu DDR-Zeiten nicht nur im Kinderzimmer, sondern überall dort, wo Zeit für Geschichten war.
(Foto: Imago/Gerhard Leber)

Viele Kinder erkannten sich in ihm wieder. Angst zu haben war nichts Ungewöhnliches, und genau das machte das Buch so ehrlich. Am Ende wächst der kleine Hase über sich hinaus und wird mutig – nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt.

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Die warmen, klaren Zeichnungen von Elizabeth Shaw trugen viel zum Erfolg bei. Das Buch wurde in der DDR millionenfach gelesen und gehört bis heute zu den bekanntesten Kinderbüchern aus dieser Zeit.

4. So ein Struwwelpeter (1970)

Manche Kinderbücher sollten nicht nur unterhalten, sondern auch erziehen. Genau so ein Buch war "So ein Struwwelpeter", das im Jahr 1970 im Kinderbuchverlag Berlin erschien. Die Texte schrieb Hansgeorg Stengel, die Zeichnungen stammen von Karl Schrader. Das Buch wurde schnell sehr bekannt und fand seinen Platz in vielen DDR-Kinderzimmern.

"So ein Struwwelpeter" ist ein typisches Beispiel für erzieherische Kinderliteratur in der DDR.
"So ein Struwwelpeter" ist ein typisches Beispiel für erzieherische Kinderliteratur in der DDR.
(Foto: Imago/Schöning)

In kurzen Geschichten geht es um Kinder, die Fehler machen oder Regeln nicht beachten. Die Themen stammen aus dem Alltag, zum Beispiel zu viel Fernsehen oder Unachtsamkeit im Straßenverkehr.

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Das Buch nimmt dabei Bezug auf den alten "Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann aus 1845. Der große Unterschied: Die harten Strafen des Originals galten als zu grausam für Kinder. In der DDR-Version bleiben die Folgen harmlos. Niemand wird verletzt. Statt Angst zu machen, sollen Kinder über ihr Verhalten nachdenken.

5. Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt (1971)

Ein beliebter Klassiker unter den DDR‑Kinderbüchern ist "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt" von Hannes Hüttner mit Illustrationen von Gerhard Lahr. Die Geschichte erschien erstmals im Jahr 1971 und erzählt mit viel Humor vom turbulenten Alltag der Feuerwehr.

Ein liebevoll illustriertes Abenteuer über Feuerwehrleute, die nie zum Frühstück kommen.
Ein liebevoll illustriertes Abenteuer über Feuerwehrleute, die nie zum Frühstück kommen.
(Foto: Jens Büttner/dpa)

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Immer dann, wenn die Kameraden gerade gemeinsam frühstücken wollen, klingelt das Telefon und ein neuer Einsatz wartet. Ob ein Brand ausbricht, ein Baum umstürzt oder jemand Hilfe braucht – die Feuerwehr ist sofort zur Stelle, sodass ihr Kaffee regelmäßig kalt wird.

Zu dem Buch erschien auch ein Trickfilm der Defa. Welche Filme in der DDR verboten wurden, können Sie hier nachlesen.

6. Schlaf gut, kleiner Stern (1970er-Jahre)

Wurde aus diesem Buch vorgelesen, war klar: Jetzt ist Schlafenszeit. "Schlaf gut, kleiner Stern" erschien in den 1970er-Jahren und gehörte in vielen Familien fest zum Abendritual. Es wurde nicht nur einmal gelesen, sondern Abend für Abend. Oft lag es direkt neben dem Bett und wartete jeden Abend auf seinen Einsatz.

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Das Buch ist ein klassisches Gute-Nacht-Buch. Es enthält kurze Geschichten und Gedichte von beliebten DDR-Autoren. Auf Abenteuer und Spannung wird bewusst verzichtet.

Stattdessen geht es um Nähe, Geborgenheit und Ruhe. Sterne, Tiere und freundliche Figuren begleiten die Kinder sanft in den Schlaf. Die Sprache ist einfach, die Bilder weich und beruhigend.

Viele Eltern griffen genau deshalb immer wieder zu diesem Buch. Es machte Kinder nicht wach, sondern half ihnen beim Einschlafen. Bis heute verbinden viele Erwachsene damit Erinnerungen an ruhige Vorleseabende und ihre eigene Kindheit.