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Krise im Pariser Louvre Chefin zurückgetreten - Wie geht es für den Louvre weiter?

Seit Monaten reiht sich im Pariser Louvre eine schlechte Nachricht an die andere. Nun räumt die Leiterin des weltberühmten Museums den Posten. Was heißt das für die Krisenbewältigung?

Von dpa 25.02.2026, 03:30
Der Touristenmagnet Louvre wird seit Monaten von Missständen geplagt. (Archivbild)
Der Touristenmagnet Louvre wird seit Monaten von Missständen geplagt. (Archivbild) Thomas Padilla/AP/dpa

Paris - Ein Millionenraub, streikendes Personal, Wasserschäden und mutmaßlicher Betrug mit Eintrittskarten: Nach einer Reihe von Krisen in den vergangenen Monaten hat Louvre-Direktorin Laurence des Cars Konsequenzen gezogen und ihren Rücktritt eingereicht. Wie es für das meistbesuchte Museum der Welt nun weitergeht, ist vorerst unklar. Sicher ist allerdings: auf den Nachfolger oder die Nachfolgerin warten dringende Herausforderungen.

Wann der Louvre mit einer neuen Leitung rechnen kann, ist noch ungewiss. Sowohl der Élysée-Palast, der über den Rücktritt informierte, als auch das Kulturministerium ließen eine entsprechende Anfrage unbeantwortet. 

Allerdings war Des Cars seit dem Juwelen-Diebstahl im Louvre im Oktober immer wieder heftig unter Druck geraten. Im Hintergrund könnten daher durchaus bereits Überlegungen zu einem möglichen Ersatz angestellt worden sein. Mit dem Rücktritt von Des Cars könnte nun zunächst der Geschäftsführer des Louvre, Kim Pham, eine größere Rolle einnehmen.

Leitung hätte wohl ohnehin in diesem Jahr gewechselt

Emmanuel Macrons Élysée-Palast hatte das Rücktrittsgesuch von Des Cars als „Akt der Verantwortung“ bezeichnet. Dieser erfolge in einem Moment, in dem das Museum zur Ruhe kommen müsse und neue Impulse brauche, um die großen Herausforderungen mit Blick auf Sicherheit und Modernisierung anzugehen.

Ohnehin hätte in diesem Jahr wohl ein Führungswechsel angestanden, denn das Mandat der Louvre-Direktorin wäre zum September ausgelaufen. Nach dem Fiasko des millionenschweren Juwelen-Diebstahls, durch den die Chefin des Museums enorm unter Druck geraten war, schien eine erneute Amtszeit für sie unwahrscheinlich. Durch den Rücktritt wird der Wechsel nun vorgezogen. Des Cars selbst sagte dem „Figaro“: „Die Bedingungen, um voranzuschreiten, sind nicht mehr gegeben.“

Kann neue Leitung streikendes Personal beschwichtigen?

Der Zeitung „Le Parisien“ zufolge hatte die Führungsriege des bedeutenden Museums nicht den Rückhalt der Teams. Auch von Seiten der Gewerkschaften ließ sich die Zeitung sagen, dass „niemand eine Träne vergießen werde“.

Immer wieder hatte es im Louvre zuletzt Streiks gegeben. Das Personal forderte unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und Investitionen in die Gebäude und technische Ausstattung. Mit einer neuen Leitung könnte sich das Verhältnis zu den Angestellten und den Gewerkschaften bessern, sodass immerhin die Streiks als Baustelle wegfallen könnten.

Der „Parisien“ berichtete zudem, dass das Geraune über einen möglichen Rücktritt Des Cars Teile des Personals zuletzt belastet habe. „Der Louvre durchlebt seit dem Diebstahl ein beachtliches Trauma auf allen Ebenen.“

Knackpunkte Sanierung und Sicherheit

Die zentralen Herausforderungen aber bleiben bestehen: Marode Stellen im Louvre müssen saniert, die Sicherheit des Museums muss deutlich verbessert werden. Auf ihren Nachfolger warteten immerhin ein klarer Rahmen und gesicherte Budgets, sagte Des Cars dem „Figaro“. Nach dem Einbruch waren zudem erste Sofortmaßnahmen getroffen worden, um Sicherheitslücken zu schließen. So wurden etwa Poller am Straßenrand aufgebaut, wo die Räuber bei dem Diebstahl den Wagen mit Hebebühne geparkt hatten.

Louvre seit Einbruch im Dauerkrisenmodus

Seit Monaten reiht sich eine Negativschlagzeile zu Vorgängen in dem prestigeträchtigen Museum an die nächste. Zuletzt sorgte der Louvre mit dem Verdacht auf einen großangelegten, zehn Jahre andauernden Ticketbetrug für Aufsehen. Fahnder nahmen neun Menschen fest und beschlagnahmten mehr als 1,4 Millionen Euro. Nicht nur das Sicherheitskonzept zeigt Lücken, auch gab es mehrfach Überschwemmungen im Museum, bei denen auch eine Deckenmalerei und Bücher beschädigt worden sein sollen.

Der schwerste Schlag aber war der Einbruch im Oktober, bei dem Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen worden waren. Die Tat mehrerer Krimineller hatte international Schlagzeilen gemacht und eine Debatte über die Sicherheit des Museums ausgelöst. Angesichts der zahlreichen Krisen sei auf den Fluren des Museums gar von den zehn biblischen Plagen die Sprache gewesen, berichtete „Le Parisien“.