Vorschlag aus Argentinien Daniel Barenboim soll Nobelpreis bekommen
Buenos Aires (epd). Kulturschaffende aus Argentinien wollen den Dirigenten und Pianisten Daniel Barenboim (68) für den Friedennobelpreis vorschlagen. Eine Initiative aus Verlegern und Künstlern kündigte in der Hauptstadt Buenos Aires an, dem Nobelpreiskomitee in Norwegen einen entsprechenden Vorschlag im September zu unterbreiten. Dazu werde eine Unterstützerliste mit rund 2500 Unterschriften von bekannten Personen, darunter der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, und 180 namhaften Institutionen überreicht, berichtete die Tageszeitung "La Capital" gestern.
Mit dem Vorschlag soll das Engagement des argentinisch-israelischen Orchesterleiters für den Frieden und die Aussöhnung gewürdigt werden. "Barenboim drückt die Liebe zum friedlichen Dialog aus und hat mit dem Orchester eine Brücke für das Miteinander geschaffen," erklärte der Initiator und Verleger Isay Klasse. Barenboim leitet das israelisch-arabische Orchester "West-Eastern Divan" mit dem er immer wieder an historisch oder politisch wichtigen Orten auftritt.
Barenboim gründete das Orchester 1999 in Weimar zusammen mit dem palästinensischen Publizisten Edward Said. Der Name geht auf die Gedichtssammlung "West-östlicher Divan" von Johann Wolfgang von Goethe zurück.
Barenboim wurde 1942 in Buenos Aires geboren. Ab 1967 leitete er das Londoner New Philharmonia Orchestra. Von 1973 bis 1989 war er Chefdirigent des English Chamber Orchestra und von 1987 bis 1989 künstlerischer Direktor der Opéra de la Bastille in Paris. 1975 übernahm er zudem die Nachfolge Georg Soltis als Dirigent des Orchestre de Paris. Von 1991 bis 2006 war er Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra. Seit 1992 ist Barenboim Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin sowie Chefdirigent der Staatskapelle Berlin.