Kulturhauptstadt Das Konzept ist zu verkopft
Magdeburg muss mit Blick auf den Kulturhauptstadt-Titel hoffen, dass sich die Jury nicht von stärkeren Slogans anderer Städte blenden lässt.
Magdeburg hat seine Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ lange vorbereitet. Stärken wurden herausgearbeitet, Bewohner befragt. Herausgekommen ist ein 60-seitiges Bewerbungsbuch mit dem Titel „Out of the void – Raus aus der Leere“.
Magdeburg sei die Stadt des Vakuums, heißt es in einem der ersten Sätze. Die Macher haben sich gleichermaßen vom Halbkugelversuch Otto von Guerickes wie von Freiraum und Leere im Stadtbild inspirieren lassen. Die Idee ist nachvollziehbar und trotzdem dürften sich die Mitbewerber die Hände reiben. Denn der erste Reflex beim Lesen sind weniger die Chancen, die die angepriesene Leere ja bieten mag. Vielmehr entsteht das Gefühl – hier gibt es wenig, für das sich ein Besuch lohnen würde. Von „Raus aus der Leere“ zu „Nichts wie weg“ ist der Weg dann auch nicht weit.
Unterm Strich ist das Konzept zu verkopft, es erreicht vor allem Insider. Die Stadt muss hoffen, dass sich die Jury nicht zu leicht von stärkeren Slogans anderer Städte blenden lässt.