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Arte zeigt den aufwändig produzierten Achtteiler "Die Kennedys" mit Greg Kinnear in der Rolle des John F. Kennedy Dramaserie über die Tragödien und Erfolge einer Politikerfamilie

Von Axel Schock 25.07.2012, 03:21

Berlin (dapd) l Glamour, Drama, Affären und Charisma - der Kennedy-Clan bot über Jahrzehnte alle Ingredienzien, um den Titel "America\'s Royal Family" wahrlich zu rechtfertigen. Die Dramaserie "Die Kennedys", die Arte ab morgen jeweils donnerstags ab 20.15 Uhr ausstrahlt, zeichnet deren wechselhafte Geschichte nach - vom Aufstieg zu Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zur Ermordung von John F. Kennedy 1963 in Dallas.

Das Familienporträt konzentriert sich dabei vor allem auf die wichtigen Marksteine in der Präsidentschaft JFKs und die prägenden außenpolitischen Ereignisse dieser Zeit wie den Bau der Berliner Mauer und die missglückte Kuba-Invasion in der Schweinebucht.

Für den aufwändig produzierten Achtteiler zeichnen Drehbuchautor Stephen Kronish und der kanadische Regisseur Jon Cassar verantwortlich, die beide maßgeblich für den Erfolg der Echtzeit-Serie "24" gesorgt haben. Hinzu kam ein bemerkenswerter Cast. Greg Kinnear als JFK weist sogar eine gewisse physiognomische Ähnlichkeit auf und verleiht dem gefeierten Politiker auch in seinen dunklen Momenten Glaubwürdigkeit.

Katie Holmes, deren Karriere lange Zeit im Schatten ihres Ex-Ehemannes Tom Cruise dümpelte, nutzte die Chance, hier ihre darstellerischen Qualitäten auszuspielen. Die aufwendige, stilechte Garderobe mag zudem Einiges dazu beigetragen haben, dass sie auch ohne auffällige Ähnlichkeiten zum historischen Vorbild eine überraschend authentische Jackie abgibt.

Barry Pepper wurde für seine Darstellung des Robert Kennedy zu Recht mit einem Emmy Award ausgezeichnet.

Mit diesem Kreativteam sowie der prominenten Besetzung bestanden die besten Voraussetzungen, um auch dieses Dokudrama zu einer herausragenden Produktion werden zu lassen. Doch bereits vor der Erstausstrahlung in den USA sorgte die Miniserie für Turbulenzen und heftige Diskussionen.

Voreilige Skandalisierung erwies sich als unbegründet

Der Kabelsender History Channel, der die Serie in Auftrag gegeben hatte, verzichtete nach der Fertigstellung überraschend auf die Ausstrahlung. Ob tatsächlich die Kennedy-Familie Druck auf den Sender ausübte, wie man in der Medienbranche munkelte, wurde verständlicherweise nie ganz geklärt. Aber auch andere Sender winkten ab, zuletzt landete "Die Kennedys" bei dem kleinen Kabelkanal "Reelz" und bescherte diesem zwar gute Quoten, aber kaum Werbeeinnahmen. Die voreilige Skandalisierung der Serie entpuppte sich nach der Ausstrahlung als unbegründet. Die Befürchtung, der als erzkonservativer Hardliner bekannte Produzent Joel Surnow habe ein einseitiges, allzu kritisches Bild der linksliberalen Politikerfamilie zeichnen und das Vermächtnis von Präsident John F. Kennedy in den Schmutz ziehen wollen, wurde nicht bestätigt.

"Die Kennedys", mittlerweile mit vier Emmys ausgezeichnet, ist in erster Linie der Fernsehunterhaltung verpflichtet. Dazu gehören die stark emotionalisierende Filmmusik wie dramaturgisch zugespitzte Schlüsselszenen. Dass Drehbuchautor Kronish das sich über die Jahrzehnte wandelnde Machtgeflecht der Kennedys auf herausragende politische Ereignisse fokussiert, ist ein legitimes wie gebräuchliches Mittel der filmischen Adaption.