Magdeburger Telemann-Chor feierte 40-jähriges Bestehen mit Festkonzert Ein Lobgesang zum Jubiläum
Mit einem Jubiläumskonzert beging der Telemann-Chor Magdeburg am Sonntagabend sein 40-jähriges Bestehen. Die Besucher in der gut gefüllten Pauluskirche honorierten es mit stürmischem Beifall.
Magdeburg l Das erfolgreiche Vokalensemble, dem heute 55 aktive Sängerinnen und Sänger angehören, wurde 1973 von Gerhard Mieth als "Chor der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung" gegründet. Seit 1979 trägt es den verpflichtenden Namen des Magdeburger Barockkomponisten Telemann. Seit 1996 bestimmt Tobias Eger als Chorleiter das Proben- und Aufführungsgeschehen.
Zum Auftakt des Konzertabends, der ursprünglich im Juni geplant war, aber wegen des Hochwassers verschoben werden musste, konnten die Gäste zwei begeisternde Solokonzerte erleben. Dabei präsentierten sich zwei Musikergenerationen. Die junge Zerbsterin Amelie Eger brillierte hochkonzentriert und doch mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit, mit großer Emotionalität in den Soli, bei ihrer Interpretation des ersten Satzes ("Phantasie") aus dem romantischen Klavierkonzert a-Moll op. 54 von Robert Schumann. Bestens abgestimmt war das Zusammenspiel mit dem Mitteldeutschen Kammerorchester unter Leitung von Andreas Hartmann. Danach präsentierte sich der 1. Konzertmeister Andreas Hartmann selbst als höchst professioneller und engagierter Solist, traumsicher in allen Lagen und im Umgang mit den Tempi, beim Violinkonzert e-Moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Als Hauptwerk dieses gut zweistündigen Abends voller Höhepunkte erklang die Sinfonie-Kantate op. 52 "Lobgesang", eine der fünf großen Sinfonien von Felix Mendelssohn Bartholdy. Anlass für dieses 1840 komponierte Werk war die Leipziger 400-Jahr-Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johannes Gutenberg.
Im Gesamtkontext des "Lobgesangs" gestaltete der Komponist den ersten von insgesamt zehn Sätzen als eine vierteilige sinfonische Anlage. Das Mitteldeutsche Kammerorchester eröffnete mit einem kraftvoll hymnenhaften Posaunensolo das Werk. Variierte Tempi, Lautstärken und Rhythmen sowie meisterlich gespielte Instrumentalsoli prägten diesen Satz. Der von Mitgliedern der Zerbster Kantorei verstärkte Telemann-Chor mit insgesamt knapp 80 Stimmen verknüpfte mit dem voluminösen Eingangschor "Alles, was Odem hat..." den sinfonischen und vokalen Teil. Der Chor, das gut begleitende Orchester und die Gesangssolisten Friederike Holzhausen und Bettina Denner-Brückner (beide Sopran) sowie Ralph Eschrig (Tenor) interpretierten die inhaltlichen Abschnitte Erlösung, Erleuchtung, Lobpreisung und Dank mit hohem künstlerischen Anspruch.