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Konzert in der Magdeburger Johanniskirche zum 20-jährigen Bestehen des Universitätschores Ein nachhaltiger Abend mit Werken von Brahms

Von Helmut Rohm 01.10.2013, 01:06

Magdeburg l Der Magdeburger Universitätschor hat Brückenfunktion zwischen Universität und Stadt, ist darüber hinaus ein "bedeutsames Aushängeschild weit über Stadt- und Landesgrenzen hinaus", hebt Jens Strackeljan, Rektor der Magdeburger Otto-von Guericke-Universität, hervor. Mit einem festlichen Konzert in der Magdeburger Johanniskirche wurde am Sonntagabend das 20-jährige Bestehen begangen.

Um den 1993 von Wolfram Neumann gegründeten Chor hat sich viele Jahre Günther Hoff verdient gemacht. Seit Juni 2008 wird das national und international agierende Ensemble von Tobias Eger geleitet. Das Magdeburger Jubiläumskonzert stand ganz im Zeichen von Johannes Brahms.

Als Solist für dessen Violinkonzert, dem einzigen von Johannes Brahms und einem der bedeutsamsten Violinkonzerte überhaupt, konnte Zsolt-Tihamer Visontay gewonnen werden. Der in Schönebeck geborene Geiger hat zahlreiche internationale Musikpreise errungen und ist seit 2007 1. Konzertmeister des renommierten London Philharmonic Orchestra.

Die melodisch eindrucksvolle, lyrisch geprägte, effektvolle und auch spannende Musik hat Zsolt-Tihamer Visontay mit begeisternd hoher technischer Perfektion und wohltuend spürbarer Spielfreude präsentiert.

Kongenialer Partner war das in sinfonischer Besetzung engagiert musizierende Mitteldeutsche Kammerorchester.Als Hauptwerk des Abends in der Gesamtleitung von Tobias Eger erklang im gut besetzten Kirchenraum Brahms\' "Ein Deutsches Requiem".

Das siebenteilige Werk eröffnete der annähernd 100 Sängerinnen und Sänger zählende Chor in großer Klangfülle mit den Textzeilen "Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden". Für sein Werk suchte Brahms selbst Stellen des Alten und Neuen Testamentes aus, die sich dem Trostspenden zugewandt haben. Der Chor und die beiden Gesangssolisten Stefanie Fels (Sopran) und Matthias Weichert (Bass), der kurzfristig für den erkrankten Mario Hoff sang, begeisterten das Publikum mit gut ausbalanciertem klangfarbenreichem Gesang. Besonders eindrucksvoll war der im 3., 5. und auch 6. Teil gut abgestimmte musikalische Dialog zwischen Solostimmen und Chor.

Die von Zuversicht und Optimismus getragene Schlussmusik intonierte der Chor mit großer Ausdrucksstärke als krönendes Finale.