Abschlusskonzert beendete Telemann-Festtage im Magdeburger Gesellschaftshaus mit Pauken und Trompeten Elegante Klangsprache und vergnügliches Froschquaken
Magdeburg l "Mit Pauken und Trompeten" im wahrsten Sinne des Wortes setzte das Flämische Barockorchester "B\'Rock" unter der Leitung von Rodolfo Richter (Solo-Violine) am vergangenen Sonntag im Gartensaal des landeshauptstädtischen Gesellschaftshauses den Schlussakkord unter die diesjährigen Magdeburger Telemann-Festtage.
Auf dem Programm stand Instrumentalmusik im französischen Stil der Ouvertüre auf der einen und im italienischen der Concerti auf der anderen Seite.
Welch ein Abschlusskonzert! Durchweg stilsicher, elegant und mit ganz eigener Klangsprache musizierte das belgische Ensemble unter der Leitung seines Solo- Violinisten. Von der Ouvertüre D-Dur TWV 55:D18 an erlebte das Publikum die mitreißende und lustvolle Kommunikation eines Orchesters, der es bis zum abschließenden Concerto F-Dur TWV 51:F4 gebannt folgte.
Glanzvolle Dynamik entfaltete sich zu Beginn der Ouvertüre, abgelöst von graziösen Melodienbögen, grazilem Klangkolorit und zu guter Letzt pompöser Opulenz. Dabei versah Rodolfo Richter Telemanns geistvolle Musik mit kontrolliertem Temperament und intelligentem Spielwitz. Wirkungsvoll und lupenrein stellten sich die Trompeten in der Ouverture heraus, während sie beim Concerto F-Dur am Ende des Konzerts gleichauf neben ebenso sauberen Holzbläsern agierten.
Publikum verlangte lautstark nach einer Zugabe
Ungewöhnlich und herausragend zugleich wirkten hier auch die beiden "Trombe selvatiche". Reinen Spaß hatten die Zuhörer während des Concertos A-Dur für Violine, Streicher und Basso continuo TWV 51:A4. Rodolfo Richter strotzte nicht nur vor Virtuosität, sondern fand zudem jenen hintergründig verschmitzten, leicht spöttischen Ton, der das Quaken der Frösche zum Vergnügen werden ließ, ohne Telemanns drastische satirische Übertreibung über Gebühr zu strapazieren. Besonders einfühlsam die Orchesterbegleitung, allen voran das Cembalo.
Reines Hörvergnügen bereitete dem Publikum auch das anschließende Concerto e - Moll für Traversflöte, Violine, Streicher und Basso continuo. Perlend feine Traversflötenkunst erfreute das Zuhörerohr genauso wie die beiden Violin-Soli im dritten und vierten Satz. Frank Theuns verlieh seinem weichen und doch plastischen Flötenton deutliche Konturen, ohne seine Linien überzuartikulieren.
Das Magdeburger Publikum geriet ob so viel Telemann-Kompetenz bereits vor der Pause in reinste Verzückung und spendete zum Schluss lautstarken Endlos- Beifall, bis das Barockensemble "B\'Rock" den Saal für eine Zugabe "rockte".