Arbeiten eines Meisters der italienischen Hochrenaissance im Frankfurter Städel-Museum Erste Ausstellung, die Raffael als Zeichner zeigt
Frankfurt am Main (epd) l Das Frankfurter Städel-Museum zeigt seit gestern die Ausstellung "Raffael. Zeichnungen".
Zu sehen seien insgesamt 48 Blätter des Meisters der italienischen Hochrenaissance, sagte Direktor Max Hollein bei der Pressevorbesichtigung. Darunter seien elf Arbeiten aus dem eigenen Bestand sowie 37 Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie dem Pariser Louvre oder den Uffizien in Florenz.
Die Schau präsentiere erstmals in Deutschland Raffael als Zeichner. Die Ausstellung sei in vier Abschnitte unterteilt, erläuterte Kurator Joachim Jacoby. Die erste Themengruppe veranschauliche die Entwicklung der Darstellung der Muttergottes mit dem Kind, die zweite die Darstellung von Begriffen oder abstrakten Ideen.
Weitere Themengebiete seien Raffaels Entwürfe für Geschichts- und Historienbilder wie die "Belagerung von Perugia" sowie die niemals vollendete Gesamtdekoration der Chigi-Kapelle in der Kirche Santa Maria della Pace in Rom mit den berühmten "Propheten und Sibyllen", einem geplanten Altargemälde mit der "Auferstehung Christi" und zwei Bronzereliefs. Wie kaum ein anderer Künstler habe der 1483 in Urbino geborene und 1520 in Rom gestorbene Raffaelo Santi die Kunst des Abendlandes geprägt, hob Jacoby hervor.
Gemeinsam mit Leonardo da Vinci, Michelangelo und Albrecht Dürer gehöre er zu den großen, grundlegenden Künstlern der Neuzeit. Neben seiner Tätigkeit als Maler in Florenz und am päpstlichen Hof in Rom sei Raffael auch Architekt des Petersdoms und Aufseher über die römischen antiken Gebäude gewesen. Seine Fresken in Rom zögen Jahr für Jahr Tausende Besucher an.
Die Schau ist bis zum 3. Februar 2013 zu sehen.