Halberstadt l Ballett, Festgottesdienst, Konzerte und ein Spaziergang zum langsamsten Musikstück der Welt, dem John-Cage-Orgel-Projekt im Burchardikloster, stehen auf dem Programm der am Freitag beginnenden Domfestspiele in Halberstadt. Sie starten mit einer getanzten Versuchung in der gotischen Kathedrale.

Halberstadts Theater-Ballettchef Can Arslan hat sich für seine Choreografie erneut von der Architektur, der Stimmung des Raumes und dem kostbaren Domschatz mit seinen prachtvollen mittelalterlichen Wirkteppichen inspirieren lassen. Schon zur Domschatznacht hatte Arslan den Abraham-Engel-Teppich als Ausgangspunkt genommen, um die Geschichte von Abraham und seinem Sohn zu erzählen. Sein Kammerballett „Versuchung“ führe bereits im Dom getanzte Episoden zusammen, sagt Arslan.

Bach-Messe in h-Moll

Der Tanz gehört zu den Festspielen, natürlich die Kirchenmusik. Halberstadts Domkantor Claus-Erhard Heinrich kündigt die Bach-Messe in h-Moll an und spricht mit Blick auf Umfang und Schwierigkeitsgrad von einer besonderen Herausforderung. Die Messe bestehe aus vier Teilen, die der Barockkomponist Johann Sebastian Bach nur einzeln aufgeführt habe, so Heinrich. Jetzt würden alle vier Teile erklingen. Die Kantoreien Halberstadt und Stendal werden sich stimmlich mit mehreren Solisten vereinen, darunter Thomaskantor und Telemann-Preisträger Gotthold Schwarz. Er übernimmt nicht das Dirigat, das liegt in den Händen von Heinrich. Schwarz wird singen. Das Sächsische Barockorchester begleitet auf historischen Instrumenten.

Tradition hat auch der gemeinsame Auftritt des Orchesters des Nordharzer Städtebundtheaters und des Philharmonischen Kammerorchesters Wernigerode. Sie spielen zum Abschluss Schuberts „Die Unvollendete“ und Bruckners Sinfonie Nr. 9 d-Moll.

Domfestspiele vom 1. bis 3. Juni mit Kammerballett am 1. Juni, 19.30 Uhr; Bach-Messe am 2. Juni, 18 Uhr; Schubert-Bruckner-Konzert am 3. Juni, 17 Uhr, Karten: biber-ticket-Hotline 0391/5999700