Deutsche Oper Berlin Harms: "Ich gehe mit Rekord-Besucherzahlen"
Berlin (dapd). Die scheidende Intendantin der Deutschen Oper Berlin, Kirsten Harms, hält das größte der drei Berliner Opernhäuser heute nicht mehr in seinem Bestand gefährdet. "Ich gehe mit Rekord-Besucherzahlen – den höchsten seit 1989 – und mit Rekord-Einnahmen in der Geschichte des Hauses. Und das, wie ich finde, mit einem der interessantesten Spielpläne, die man sich vorstellen kann", sagte die 55-Jährige der Nachrichtenagentur dapd. Als sie 2004 nach Berlin kam, befanden sich die drei Opernhäuser der Stadt gerade in der Hoch-Zeit ihres Überlebenskampfes. "Mir war klar, wenn ich das in Berlin nicht hinbekomme, wird das das Ende der Deutschen Oper sein, sagte sie. "Die Deutsche Oper stand zur Disposition."
Zugleich habe sie aber von Anfang an gewusst, dass sie es schaffen könne: "Spätestens aber nach meiner erfolgreichen Premiere von ¿Cassandra/Elektra‘ fiel mir damals eine große Last von den Schultern. Es ging dann weiter mit dem Erfolg von ¿Tiefland‘, dann kam die spektakuläre Arbeit von Christoph Schlingensief, der damals an Lungenkrebs erkrankte und während der Probenzeit im Krankenhaus lag."
Dass die Intendantin nun nach sieben Jahren ihren Vertrag nicht verlängerte, liegt auch an der mangelnden Unterstützung durch die Kulturbehörde. "Natürlich herrschte am Anfang noch viel Unsicherheit, ob die Deutsche Oper in die Zukunft geführt werden konnte. Und dazu von einer Frau. Aber je mehr das künstlerische Konzept aufgegangen ist, desto mehr bedauern heute alle, dass ich meine Arbeit hier nicht fortsetze", sagte sie.