Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Heiter und klassisch im Gesellschaftshaus
Von Renate Bojanowski
Magdeburg. "Heiter – Classisch" heißt eine der Konzertreihen im Gesellschaftshaus im Magdeburger Klosterbergegarten. Drei von den insgesamt vier Konzerten dieser Reihe gestaltet seit 2006 die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie unter der Leitung ihres Chefdirigenten GMD Christian Simonis. Das Konzert am vergangenen Sonntagnachmittag begann mit der Sinfonie Nr.82 C – Dur von Joseph Haydn, die wegen der brummelnden Bassfiguren im Finale den Beinamen "Der Bär" trägt.
Die Damen und Herren um Christian Simonis überraschten und auch wieder nicht mit einer wunderbar frischen und vitalen Interpretation, denn das ist das Publikum vom Schönebecker Orchester und seinem Chef gewohnt. Ganz unabhängig von Christian Simonis‘ Gespür für den Humor und den Esprit dieser Musik wirkte diese Aufführung so farbig und virtuos, dass sie die Zuhörer förmlich fesselte.
Auch im zweiten Teil des Konzertes blieben die Kammerphilharmoniker sich selbst treu, pflegten sie doch einmal mehr die Klänge ihrer Heimat Sachsen-Anhalt. Dass Christian Simonis ein Faible für heimische Komponisten hat, freut das Publikum immer wieder aufs Neue. So manch musikalische Rarität wurde durch die Kammerphilharmonie wieder entdeckt und in das Repertoire aufgenommen; auch die Werke der Heiteren Muse aus Sachsen–Anhalt von den Komponisten Richard Eilenberg (1848 – 1927) und Ernst Fischer (1900 – 1975).
Spontaner Beifall vom Publikum
Letzterer wurde in Magdeburg geboren. Seine Suite "In vino veritas" löste beim Publikum spontanen Beifall aus. Detailversessen zauberte Simonis spanisches Temperament, ungarisches Feuer oder Heurigen-Atmosphäre in den Gartensaal. Der "Grand" Galopp machte seinem Namen ebenso alle Ehre wie das Charakterstück "In der Waldschmiede" von Richard Eilenberg.
Sehr fröhlich ging es da zu, die Schmiedeklänge wurden tatsächlich gehämmert, die Melodie von den Bläsern gepfiffen. Neben den beiden sachsen-anhaltinischen Komponisten stimmte die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie ihr Publikum schon einmal auf Leo Fall ein, dessen Operette "Madame Pompadour" im nächsten Jahr auf dem Bierer Berg zu sehen sein wird.
Die charmante wie unterhaltsame Moderation von Christian Simonis bereicherte den einen oder anderen musikalischen Aha–Effekt.
Beendet wurde der unterhaltsame Nachmittag mit der Zugabe "Eile mit Weile" von Richard Eilenberg.