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Abschlusskonzert des IMPULS-Festivals in Sachsen-Anhalt stand unter dem Motto "Dirigentengipfel" Kompositionen zwischen "Nacht und Traum"

Von Helmut Rohm 29.11.2011, 04:27

Dessau-Roßlau l "Dirigentengipfel" nannten die Organisatoren des "IMPULS-Festivals für Neue Musik in Sachsen-Anhalt" das Abschlusskonzert in der Dessauer Marienkirche.

Vom 2. bis 26. November wurde in sieben Städten an 13 Aufführungsorten ein breitgefächertes Programm "Neue Musik" präsentiert. Als überspannende Binde- klammer ließ das Motto "Zwischen Nacht und Traum" den Fantasien der Komponisten wie auch der Zuhörer freie Bahn.

"Seit der Existenz des Festivals 2008 ist es mittlerweile Tradition, dass die Partnerdirigenten an einem Abend nacheinander ein Orchester dirigieren, in diesen Jahr die Anhaltische Philharmonie", erklärte Festival-Intendant Hans Rotman. Fünf ganz unterschiedliche Komponisten haben ihre Gefühle und Emotionen von dieser so geheimnisvollen Dämmerung-Nacht-Traum-Vision beschrieben. Erst 13 Jahre alt ist beispielsweise der aus Halle stammende Komponist Carl-Frederik Zeh. Mit seiner von Michael Ellis Ingram dirigierten "Kleinen Nachtmusik", einem Auftragswerk des IMPULS-Festivals, ließ er seine Traumphasen fantasievoll hörbar werden.

Christian Fitzner dirigierte die romantische und bildreiche Präsentation der "Nachtmusik im Sommer mit Blumen, Vögeln, Wind und Hörnern" von Detlev Glanert (geb. 1960). Die Altflötistin Ursula Weiler interpretierte ungemein einfühlsam "The Night" aus "Toward the Sea II" von Toru Takemitsu (1930-1996).

Eingebettet in "Nachtstaub" von HK Gruber (geb. 1943), im Dirigat von Antony Hermus, las Dieter Hallervorden "Ein ovales Porträt" sowie ein Gedicht von Edgar Allan Poe. Manhattan war zweimal Thema. Johannes Rieger dirigierte Einojuhani Rautavaaras (geb. 1928) "Dawn" aus "Manhattan Trilogy". Es folgte HK Grubers beschwingte und geswingte "Manhattan Broadcasts".

Fazit: Neue Musik ist spannende, überraschende, auch kontrastreiche Musik, deren Anhören sich durchaus lohnt - wenn sie so professionell gut wie in den eineinhalb Stunden in der Dessauer Marienkirche präsentiert wird.