Bibi Blocksberg ist mit ihrem "Hex-hex!" die Heldin vieler Mädchen. Detlev Buck will ein Abenteuer von Bibi und ihrer Freundin Tina ins Kino bringen. Das Schloss Vitzenburg im Süden Sachsen-Anhalts wird zur Kulisse - und verwandelt sich dafür in das Schloss Falkenstein.

Querfurt (dpa) l Detlev Buck sitzt mit Jogginghose, Ringelshirt, Basecap und zerzausten Haaren auf einem Stuhl. Er wirkt lässig, aber hochkonzentriert. "Ich hätte gern mehr Energie", sagt er mit unverkennbar norddeutschem Akzent zu den Schauspielern. "Und vielleicht könnt ihr innerlich irgendwie mehr zerbröseln." Eine Ansage, von der sich der Regisseur ("Rubbeldiekatz", "Die Vermessung der Welt") mehr Lockerheit für eine Szene verspricht, die vor dunklen Holzvertäfelungen und schweren, karierten Vorhängen spielt.

"Und vielleicht kann die Maske da ein bisschen zuppeln", ruft er. "Wir können da auch ruhig ein paar Tränen draufhauen." Kurze Hektik. Dann ertönt das obligatorische "Ruhe, wir drehen!" durch den Raum. "Bibi Tina - Der Film" heißt der Streifen, an dem Buck mit seinem Team arbeitet. Es geht um die kleine Hexe Bibi Blocksberg, die Heldin vieler Mädchen. Der Kinostart der 4,6 Millionen Euro teuren Produktion ist für den 28. Februar 2014 geplant. "Bibi Tina" soll ein munterer Jugendfilm werden, der auch Erwachsene unterhält.

"Ich bin oft genug mit meinen Kindern im Kino gewesen und habe mich gelangweilt", sagt Buck. "Das will ich nicht." Drei Wochen der Dreharbeiten verbringt das Team auf Schloss Vitzenburg im Süden Sachsen-Anhalts. Das Renaissance- und Neorenaissanceschloss an der Unstrut verwandelt sich dafür in das Schloss Falkenstein - eines der Hauptmotive des Films.

Bis Ende des Monats sind die Schlossanlage bei Querfurt und die Umgebung Filmkulisse. Für die Arbeiten hat vor allem der begrünte Innenhof eine Schönheitskur bekommen: Überall stecken bunte Plastikblumen in der Erde, einige Blüten hat man an das vorhandene Grün gebunden. Das idyllische Falkenstein ist das Zuhause von Alexander von Falkenstein, gespielt von Jungschauspieler Louis Held. Der wohnt hier mit seinem steif-korrekten Vater, stilecht verkörpert von Theaterschauspieler Michael Maertens (49).

Die zentrale Rolle der frechen Hexe Bibi Blocksberg hat Buck mit Lina Larissa Strahl (15) besetzt. Ihre Freundin Tina spielt die ebenfalls 15-jährige Lisa Marie Koroll. Für beide ist es der erste große Kinofilm.

Ein Umstand, der dem erfahrenen Buck sehr entgegenkommt. "Hier muss nicht jeder brillieren", sagt er. "Es geht um Spaß. Wir drehen ja kein Drama oder einen psychologischen Film." Spaß und Unbekümmertheit bringen die Nachwuchsakteure genug mit.

Maertens fühlt sich teilweise von ihnen "an die Wand gespielt". Alle sind nach eigener Aussage mit Bibi und ihren Abenteuern groß geworden. Auch das Reiten - ein zentrales Thema in den Bibi-Blocksberg-Geschichten und auch in Bucks Film - bereitet ihnen keine Sorgen. "Ich hab selbst ein Pferd und kenne mich aus", sagt Koroll. Und ihre blonde Kollegin ergänzt: "Ich hab\'s einfach noch mal aufgefrischt."

Buck bleibt sich auch bei "Bibi Tina - Der Film" treu und tauscht ab und zu den Platz hinter der Kamera gegen den davor. "Ich spiele den Vater eines Tierarztes, die beide eine Gemeinschaftspraxis betreiben", sagt er.

Weil jeder die freche Hexe Bibi Blocksberg kennt, verspürt der Routinier Buck einen gewissen Erwartungsdruck. "Keine Frage, ich fühle ihn", sagt er. Die Idee zu dem Projekt ist dem dreifachen Vater schon vor ein paar Jahren gekommen.

"Ich bin durch meine Kinder irgendwie auch mit Bibi aufgewachsen. Ich hab dann irgendwann gedacht: Das machen wir."