Schlagersängerin Helene Fischer wurde am Donnerstagabend in der voll besetzten Magdeburger Bördelandhalle gefeiert. 4 500 Schlagerfreunde machten die Handball-Arena für drei Stunden zum tosenden Musiktempel. Riesenbeifall gab es für die attraktive Sängerin und ihre vielseitige Show.

Von Dieter H. Michel

Magdeburg. Für Helene Fischer steht fest: "Ich will alles oder gar nichts – will hundert Prozent." Und sie gibt nicht nur mit diesem Titel ihrem Publikum einhundert Prozent. An diesem Abend zieht die Künstlerin alle Register ihres Könnens: Sie singt, zeigt artistisch anmutende Tanznummern, bewegt sich akrobatisch unterm Hallendach – und gibt in fantasievollen Kostümen auch ihrem Lieblingsmusical interessante Konturen.

"So wie ich bin" heißt das große Tourneeprogramm, mit dem Helene Fischer seit September durch 50 Hallen Europas zieht. Und das wohltuend live mit eigener Band, mit Tänzern und einem vielseitigen Hintergrund-Chor.

"Lass mich in Dein Leben" singt sie. Und die Magdeburger lassen es geschehen. Immer wieder braust ein Beifallssturm durch die Halle. Bekannte Textstellen werden mitgesungen. Blumen und Geschenke bringen die Gäste an den Bühnenrand. Hochbetrieb in der Pause am Verkaufsstand, wo die Musikdisketten, Poster, Einkaufstaschen mit dem Konterfei der Sängerin bis zu T-Shirts mit Helene-Fischer-Signet weggehen wie die sprichwörtlich warmen Semmeln.

Helene Frischer singt vom ersten Freund und ihren "Wolkenträumen", will "tief in Deine Seele sehn", "immer wieder dieses Fieber spüren" und kommt von "Null auf Sehnsucht". Die meisten Titel der erst 26 Jahre jungen Künstlerin drehen sich um die Liebe, um "Vergessen, verzeihen". Dass sie damit ihr Publikum begeistert, beweisen die verkauften Alben, für die sie bisher 13-mal Gold, 11-mal Platin, viermal Dreifach- und einmal Fünffach-Gold erhielt. In den Jahren 2008, 2009 und 2010 wurde sie überdies als erfolgreichste Sängerin mit der "Krone der Volksmusik" und 2010 für die erfolgreichste DVD-Produktion national ausgezeichnet.

Plötzlich schwirren Vögel über dem Publikum, schwingen maskierte Tänzer durch die Halle: Helene Fischer, das blonde Energiebündel, hat die schönsten Titel aus dem erfolgreichen Musical "König der Löwen" ausgewählt: "Kann es wirklich Liebe sein", "Er lebt in Dir" und "Der ewige Kreis". Hiermit überrascht die Künstlerin ihr Publikum und kann selbst mit ihrer dreijährigen Musicalausbildung als Löwenkönigin wieder alles geben.

Als sich die im sibirischen Krasnojarsk Geborene zu ihren russischen Wurzeln bekennt, kommt die Halle erneut zum Kochen: Mit den immer schneller werdenden Takten zum bekannten "Kalinka" trifft Helene Fischer mit dem im Original gesungenen Titel erneut den Nerv ihres Publikums. "Wenn es nach meinen Eltern gegangen wäre, hätte ich die ganze Show mit russischen Titeln gefüllt", bekennt sie lachend und freut sich über die Stimmung in der Halle. "Vor vier Jahren" erinnert sie sich, "habe ich hier in der Bördelandhalle meine erste Single vorgestellt, war schon so oft zu Veranstaltungen hier und bin jedes Mal begeistert von diesem Publikum." Für die 4500 im Hallenrund ist das Balsam für die Seele.

Selbst der King of Pop Michael Jackson bekommt an diesem Abend eine Erinnerung. "Weil er sich mit seiner Stiftung so für die Kinder der Welt eingesetzt hat", kommentiert die Sängerin zwischen zwei Pop-Titeln. In ihrem Magazin mit tollen Fotos und einem Riesenposter macht sie auch ihren Einsatz für die Welthungerhilfe deutlich. Erst kürzlich besuchte sie ein Dorf der Ureinwohner im Süden Indiens, der Adivasi, denen sie sinnvoll helfen will.