Der gewichtige Comedy-Mann Markus Maria Profitlich ist "Live!" zu erleben – so der Tour-Titel des neuen Programms, mit dem der vielfach ausgezeichnete Künstler durch Deutschland tourt. Vor seinem Auftritt am morgigen Mittwoch – 20 Uhr, Stadthalle Magdeburg – hat Grit Warnat mit Profitlich gesprochen.

Volksstimme: Sie standen längere Zeit nicht auf der Bühne, vielmehr vor der Fernsehkamera. Was zieht Sie jetzt wieder auf die Bretter, die die Welt bedeuten?

Markus Maria Profitlich: Ich stehe seit mehr als 20 Jahren vor Publikum, da hat man längst Bühnen-Blut geleckt. Doch dann hatte ich viele Fernsehangebote erhalten und mir gesagt, auf die Bühne kann ich später wieder. Aber ich sage ehrlich: Es wird jetzt höchste Zeit. Auch, weil man nicht auf den nächsten Tag warten muss und auf die Quoten schaut. Jetzt spüre ich sofort, wie mein Programm ankommt.

Volksstimme: Sie inszenieren Ihr Tagebuch. Was gibt es so Interessantes aus Ihrem Leben mitzuteilen?

Profitlich: Das sind ja schon 50 Jahre. Da habe ich eine Geburt hinter mir, meine erste Liebe, meinen ersten Job, Probleme mit meinem Gewicht, die ich ja überhaupt nicht habe.

Volksstimme: Ist Ihre neue Show so eine Art Biografie?

Profitlich: Ja schon. Alle Dinge haben mit meinem Leben zu tun.

Volksstimme: Sie stehen für schräge Figuren. Welche kann das Publikum erleben?

Profitlich: Mich als Schulkind, als friesischer Krabbenfischer, als Vermessungsgehilfe, der aber eigentlich Boxer werden will. So manche Figur ist meinem Publikum bekannt.

Volksstimme: Sie nehmen immer wieder Ihre Körperfülle auf die Schippe. Ist das Galgenhumor?

"Wir haben für diese Show zu dritt geschrieben"

Profitlich: Nein. In dem ganzen Schlankheits- und Diätenwahn muss es jemanden geben, der damit nicht das große Problem hat. Es wäre schon schön, wenn ich 20, 30 Kilo weniger hätte, aber dann wären es immer noch 130 Kilo. Ich denke, man kann auch mit dem zufrieden sein, wie man aussieht und was man hat.

Volksstimme: Auch die Medien spielen gern auf Ihr Gewicht an und geben Ihnen Beinamen wie "der prallste Lachsack der Nation". Können Sie gut damit leben?

Profitlich: Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie ich gelacht habe, als ich das erste Mal einen Lachsack gehört habe. Auch ich will die Menschen zum Lachen bringen. Wieso soll ich mich also über solch eine Bezeichnung ärgern?

Volksstimme: Für "Mensch Markus" wurde viel von einem Autorenteam geschrieben. Für die eigene Show auch?

Profitlich: Wir haben für diese Show zu dritt geschrieben. Meine Partner sind Autoren, mit denen ich schon seit vielen Jahren zusammenarbeite, die mich kennen, die wissen, wie ich funktioniere. Das ist natürlich schön und es macht Spaß, wenn man Vorlagen gibt und sich eine Idee entwickelt. Bei "Mensch Markus" ist das ja ähnlich. Pro Staffel spielen wir 400 Sketche. Ich lese mir alles durch, wir bearbeiten das Ganze zusammen. Das ist für mich eine schöne Arbeit.

Volksstimme: Worüber können Sie so richtig herzhaft lachen?

Profitlich: Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal kann ich mich nicht mehr halten, wenn ich einfach nur irgendwo sitze und Typen beobachten kann. Oder wenn meine vierjährige Tochter drei Brötchen isst und ich dann frage, bist du nicht langsam mal satt, und sie meint: Mein Bauch ist voll, aber im Rücken habe ich noch Platz.

Volksstimme: Wie erlebt Ihre Familie, wie erleben Ihre Freunde Sie privat. Auch als Comedy-Mann?

Profitlich: Ich bin nicht der Typ, der morgens aufwacht und sofort einen Scherz auf den Lippen hat. Aber ich bin auch nicht der Clown, der in der Manege gut drauf ist und dann hinter dem Vorhang weint. Ich denke, ich bin ein sehr geselliger und fröhlicher Typ.

Volksstimme: Ein Blick nach vorn. Was wird mit "Mensch Markus" auf Sat.1?

Profitlich: Es liegt noch eine komplette Staffel da, die noch nicht ausgestrahlt wurde. Fragen Sie doch mal nach, vielleicht kriegen Sie ja eine Antwort.