Stuttgart (dpa). Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller will weiter die Spitzel-Vergangenheit ihres Freundes Oskar Pastior aufarbeiten. Der Inhalt der bisher veröffentlichten Akten sei aber harmloser, als sie bei deren Veröffentlichung vor rund drei Monaten befürchtet hatte, sagte Müller am Donnerstagabend im Literaturhaus Stuttgart.

Es gebe "schlimme Dinge" aus der Zeit der rumänischen Diktatur, räumte Müller ein. "Diese sind es nicht", fasste sie aber den Inhalt von drei bisher gefundenen Spitzelberichten Pastiors zusammen. Dennoch wolle sie weiter in rumänischen Archiven zu Pastiors Tätigkeit als "Inoffizieller Mitarbeiter" (IM) des Geheimdienstes Securitate forschen. Ihrer Ansicht nach sei Pastior wegen seiner Werke und seiner Homosexualität so sehr unter Druck gesetzt worden, dass er schließlich der IM-Arbeit zugestimmt habe.

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