Hamburg ( dpa ). Als sein Vater stirbt, verkauft Damián seine heißgeliebte Musiksammlung. Der Jugendliche kann die Musik nicht mehr spüren, er empfindet rein gar nichts, wenn er seine Lieblingssongs hört. Wozu also noch all die CDs behalten ? " Ist das Leben eine Abfolge einzelner Punkte ?" heißt das furiose Jugendbuchdebüt des Argentiniers Martín Blasco. Der 1976 in Buenos Aires geborene Autor hat ähnlich wie Damián selbst seinen Vater verloren, als er noch klein war.

In seinem nur 96 Seiten schmalen Buch erzählt Blasco auf wundervoll poetische Weise, wie Damián versucht, den Schmerz und die Hoffnungslosigkeit ganz allein zu bewältigen. Seine Mutter ist durch den plötzlichen Tod ihres Mannes so gelähmt, dass sie nicht mehr arbeiten geht und sich verfolgt fühlt. Der sonst so brave kleine Bruder mutiert zum Schläger. Damián tut daraufhin erst mal etwas " Sinnvolles " : Vom Geld der verkauften Musiksammlung kauft er Unmengen Lebensmittel und hortet sie in seinem Zimmer – man kann ja nie wissen.

Damián fühlt sich verantwortlich für seine Familie. Deshalb meldet er seinen Bruder bei einem Kung-Fu-Kurs an und verdient im " Zug der guten Laune " verkleidet als rosaroter Panther eigenes Geld. Als Damián das Mädchen näher kennenlernt, das im SpongeBob-Kostüm steckt, kann er langsam wieder eine Linie in seinem Leben erkennen.

Blascos Buch macht an manchen Stellen traurig und nachdenklich, an anderen ist es so kurios und skurril, dass man bei der Lektüre einfach lachen muss. Es ist eine Freude, Damiáns klaren Gedanken und Überlegungen, aber auch seinen scheinbar unlogischen Handlungen zu folgen. Nie aber gerät der Autor dabei in Versuchung, seine philosophischen Ansätze überzuinterpretieren. So bleibt am Ende nicht ein intellektuelles Konstrukt, sondern einfach das Gefühl, dass das Leben auch mit Lücken irgendwie rund sein kann.