Von Elisa Sowieja

Magdeburg. Es war wie einer dieser Kurse im Fitness-Studio. Nur diente als Trainingsraum die Magdeburger Factory, und auf dem Programm stand nicht etwa Aerobic oder Spinning. Dieser Samstagabend-Kurs hätte den Titel "tänzerische und gesangliche Fitness beim Rockkonzert" tragen können. Als Trainer waren Selig gebucht. Eine brillante Wahl.

Bekanntlich beginnt jede Fitness-Stunde mit einer Aufwärmphase. Die hatte auch das Magdeburger Konzertpublikum nötig. Als die Band mit "5000 Meilen" startete, standen die Zuschauer noch verstreut vor der Bühne und wippten verhalten zum Takt. Nach dem ersten Song war aber Schluss mit Zurückhaltung. Als sich Jan Plewka Weste und Schal vom Körper riss und sein Mikro in die Luft schleuderte, war auch das Publikum voll da.

Jetzt ging das Konditionstraining los. Von der Bühne aus instruierten Selig ihr Publikum im Klatschen, Springen, Headbangen – und das arbeitete vorbildlich mit. Genau wie bei den Kraftübungen; in diesem Fall stand natürlich die Stimmkraft im Mittelpunkt. "Ich will, dass eure Stimmen morgen klingen wie die von Bonnie Tyler", rief Jan Plewka in Richtung Publikum. Das antwortete mit lautstarken "Ahas", "Yeaheahs" und "Ohos".

Und es zeigte konstanten Einsatz – egal ob bei den guten alten Selig-Songs aus den 90ern oder denen, die die Band nach ihrer Wiedervereinigung auf den Markt gebracht hat.

Nach zwei Stunden Vollpower gönnten die Hamburger ihrem Publikum zum Ausklang eine grandiose "Cool Down"-Phase – mit dem wunderschön-traurigen "Ohne dich".

Wo kann man sich eigentlich für die nächste Stunde eintragen?