Wörlitz (gw/dpa) l Der Masterplan weist die vordringlichsten bau- und gartendenkmalpflegerischen Vorhaben der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz aus. Zu den geplanten Baumaßnahmen gehören der Umbau des Hauses der Fürstin zu einem Ausstellungszentrum sowie die weitere Sanierung der Schlösser Oranienbaum und Mosigkau. Nach Angaben von Kulturstaatssekretär Gunnar Schellenberger (CDU) werden dafür insgesamt 65,4 Millionen Euro benötigt. „Die Finanzierung steht jedoch noch nicht vollständig.“

Allein für das Haus der Fürstin und das Welterbezentrum stelle das Land 5,4 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt würden für beide Baumaßnahmen knapp 18 Millionen benötigt. „Wir brauchen die Hilfe des Bundes, in den vergangenen Monaten haben dazu zahlreiche Gespräche stattgefunden“, sagte Schellenberger.

Der Masterplan enthält fünf Projekte.

⦁ Das Haus der Fürstin soll künftig ganzjährig mit einer Dauerausstellung und Jahresschauen geöffnet sein. Der Mittelbedarf beläuft sich auf rund 5,2 Millionen Euro.

⦁ Die Schaffung eines Welterbe-Besucherzentrums. Die Kulturstiftung erhofft sich eine Verbesserung der Präsentation des Unesco-Welterbes Gartenreich Dessau-Wörlitz sowie der Welterbe-Region rund um Luther und das Bauhaus. Laut einer Machbarkeitsstudie soll das gelbe Haus besonders geeignet sein. Auch der neugotische Marstall soll in das Konzet einbezogen werden. Beide Bauwerke sind dringend sanierungsbedürftig. Mittelbedarf: rund 12,6 Millionen Euro.

⦁ In Oranienbaum sollen schrittweise Schloss, Schlosspark und Orangerie instandgesetzt werden. Ziel dabei ist die Revitalisierung des Gartens und die Restaurierung von Schlossensemble und Orangerie. Das Schlossensemble soll mit Sonderinvestitionsmitteln in Höhe von rund 20,1 Millionen Euro im kommenden Jahrzehnt deutlich aufgewertet werden.

⦁ Das Schlossensemble Misogkau soll nicht nur erhalten, sondern auch attraktiver gestaltet werden. Laut Kulturstiftung besteht dringender Handlungsbedarf. Kosten: rund 27,5 Millionen Euro

⦁ Zahlreiche weitere Bauten und Parkpartien innerhalb, aber auch außerhalb der Gartenanlagen weisen einen großen Restaurierungsbedarf auf. Dazu zählen unter anderem das Gotische Haus und der Floratempel sowie das von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff im klassizistischen Stil errichtete Schulhaus in Griesen. Umgesetzt werden sollen zudem Ufersicherungen der Gewässerflächen.