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Mitteldeutsche Kammerphilharmonie holt zur Eröffnung der Konzertreihe "Klänge im Raum" erneut Musikernachwuchs aufs Podium Lebhaft aufspielendes Orchester musiziert mit jungen Talenten

Von Caroline Vongries 08.05.2012, 03:19

Staßfurt l Klassische Musik kann jung sein und begeistern. Auch jenseits großer internationaler Namen und der bereits seit Jahren ausgerufenen Klassik-Krise zum Trotz. Mit einem fulminanten Eröffnungskonzert der Reihe "Klänge im Raum" hat der David unter den Orchestern in Sachsen-Anhalt, die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck, einmal mehr bewiesen, dass Klassik auch im ländlichen Raum Säle füllen kann - wenn das Potenzial vor Ort gefördert und gefordert wird.

Der aus Wien stammende Generalmusikdirektor Christian Simonis holte dafür zusätzlich zu seinen Orchesterprofis den musikalischen Nachwuchs des Salzlandkreises aufs Konzertpodium und erntete die Früchte jahrelanger Bildungsbestrebungen: die enge und vorbildhafte Zusammenarbeit mit den Musik- und Kultureinrichtungen der Region, in diesem Fall mit der Kreismusikschule.

Selbstbewusste Interpretationen

Unter den Sternen der 50 Nachwuchsmusiker strahlten zwei am Sonntagnachmittag ganz besonders hell: Die 14-jährige Cora Charlotte Jahns und der nur ein Jahr ältere Kilian Scholla setzten als Klaviersolisten mit atemberaubend virtuosen und selbstbewussten Interpretationen von Schumanns Klavierkonzert a-Moll und Gershwins Rhapsodie in blue bemerkenswerte Glanzlichter. Angesichts solcher Begabungen, die bereits bei Musikwettbewerben bundesweit auf sich aufmerksam gemacht haben, erschien es umso sinniger, dass das Staßfurter Salzlandtheater just zum Konzert seinen neu erworbenen Flügel präsentierte.

Doch bereits der Beginn des Konzertes, das unter dem Motto "Klassik meets Jazz" stand, ließ aufhorchen. Dank des Akkordeonquintettes unter der Leitung von Musikschulleiter Dieter Giesemann bekamen die von der Kammerphilharmonie lebhaft dargebrachten rumänischen Volkstänze Bela Bartoks einen Hauch von Tango. Mut zu nichtalltäglichem Repertoire bewies der Chor des Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasiums mit den fünf Kinderliedern des französischen Komponisten Jean Francaix. Erfrischend dynamisch zeigte sich der zwölfjährige Florian Borges als Solist am Xylophon. Zu den musikalischen Glücksfällen im Salzlandkreis gehört es zudem, dass mit Wolfgang Mader ein Komponist aus der Region ungewöhnlichen Besetzungen Melodien gleich auf den Leib schreiben kann.

Am Erfolg des Konzertes, der sich zum Schluss in Standing Ovations ausdrückte, hatten auch die übrigen mitwirkenden Solisten teil (die erst achtjährige Anna Jahn, Stefanie Mutke, André Henninger, Sophie Schmidt, Maxi Bienert). Und nicht zuletzt eine gleichermaßen diszipliniert wie lebhaft aufspielende Mitteldeutsche Kammerphilharmonie.