Berlin (dpa) l Verletzlich und nachdenklich zeigt sich der Rapper Tarek K.I.Z. auf seinem ersten Soloalbum "Golem". Auf den kompromisslosen Humor und die Wut seiner Stammband müssen Fans in den 12 Songs jedoch nicht verzichten. Persönliche Einblicke, die der Berliner bei K.I.Z. nur andeutete, stehen jetzt im Zentrum.

Text ist oft düster

Das Cover ziert ein Schwarzweiß-Foto des Musikers als Kind. Besonders textlich ist die Platte oft düster ("Ich bin im Nebenzimmer, dreh' die Anlage auf, damit ich nicht hören muss, wie er Mama missbraucht"). Gewalt gegen seine Mutter, Nahtod-Erfahrungen, kaputte Beziehungen, selbstzerstörerisches Verhalten: Tarek K.I.Z. verarbeitet viel.

""Kaputt wie ich"" behandelt eine Zeit in meinem Leben, in der ich Selbstmord auf Raten begangen habe", schrieb er dazu bei Instagram. Er habe "alle möglichen Substanzen gemischt bis zur Halluzination". Heute sei er "liebevoller zu mir selbst, und das fühlt sich gut an".

K.I.Z. Kollegen Maxim und Nico sind dabei

Die Kollegen Maxim und Nico dürfen natürlich nicht fehlen: Auf "K.I.Z. für immer" beschwören sie die Unsterblichkeit der Gruppe. Am Ende steht der rührende Song "Frühlingstag" für Tareks gestorbenen Vater. "Wer weiß schon, ob die Geschichten stimmen, ob du mich irgendwann ins Licht mitnimmst, oder wir zwei uns nie wieder sehen", heißt es darin.

Fünf der Lieder wurden bereits vorab als Singles veröffentlicht. Für Aufsehen sorgte das Video zu "Nach wie vor der Boss" im November 2019. Darin werden drei Schauspieler, die äußerlich führenden AfD-Politikern ähneln, auf martialische Weise umgebracht.