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Das Erste zeigt über Weihnachten gleich vier Märchenpremieren Pinocchio und Co. in neuem Gewand

Sprechende Fische, verliebte Meerjungfrauen und allen voran eine freche
Holzpuppe, deren Nase vom Lügen lang wird: Gleich mehrere neue Filme hat
die ARD-Weihnachtsmärchenzeit im Programm.

19.12.2013, 01:02

Hamburg (dpa). Wenn aus "Sechs auf einen Streich" 30 werden, ist Weihnachtszeit: In der gleichnamigen ARD-Reihe zeigt das "Erste" seit 2008 stets zum Fest Märchenklassiker im neuen Gewand. Sechs Filme waren es zu Beginn im Jahr 2008, 30 sind es inzwischen insgesamt. Vier Premieren in der Reihe stehen diesmal an den beiden Feiertagen nach Heiligabend an: Der Fischer und seine Frau, das Mädchen mit den Schwefelhölzern, die kleine Meerjungfrau und der Teufel mit den drei goldenen Haaren tummeln sich im TV. Eine der frechsten Kinderbuchfiguren hat außerdem einen extra Zweiteiler im Anschluss an die Reihe bekommen.

180 Minuten lang darf "Pinocchio" in zwei Folgen am Mittwoch und Donnerstag (25./26.12., jeweils 16.10 Uhr) im "Ersten" Unsinn treiben und lügen, bis die Nase lang und länger wird. Die Abenteuer der bekannten Märchenfigur aus Italien wurden mehrfach verfilmt, unter anderem als Disney-Zeichentrickfilm (1940), von der Defa als Handpuppenfilm (1959) oder 2002 von und mit Oscar-Preisträger Roberto Benigni. Bei Regisseurin Anna Justice, die mit der Teeniekomödie "Max Minsky und ich" ihr Kinodebüt gab, ist der freche und schwindelnde Titelheld der aufwendigen Produktion 3D-animiert, die Stars an seiner Seite hingegen real.

Auch Mario Adorf, Ulrich Tukur und Anke Engelke wirken mit

Schauspieler wie Mario Adorf, Ulrich Tukur, Florian Lukas und Anke Engelke (spricht Holzgrille Coco) wirken in der - aus Kostengründen vor allem in der Türkei und nicht in Pinocchios Heimat Italien gedrehten - Neuverfilmung mit. Adorf spielt den Geppetto, der aus einem Stück Holz den später quicklebendigen Pinocchio mit der langen Nase schnitzt. Schon einmal stand er für Carlo Collodis (1826-1890) Klassiker, der erstmals 1881 in einer Kinderzeitschrift von seiner Holzpuppe erzählte, vor der Kamera: 1972 gab Adorf in einer italienischen Serie an der Seite von Gina Lollobrigida den Zirkusdirektor.

"Ich war allerdings ein bisschen unglücklich", sagte Adorf bei der Vorstellung des neuen Films, denn am liebsten hätte er damals den Part des Puppenspielers Mangiafuoco - den diesmal Tukur mimt - übernommen. Auch der Geppetto sei diesmal zunächst nicht seine Traumrolle gewesen, meinte Adorf. "Ich hätte ihn mir nicht ausgesucht, weil er so ein lieber Mensch ist", erklärte er. "Als Schauspieler ist man viel lieber der Böse." Dann habe er sich aber doch ein bisschen in die Rolle verliebt.

Namhaft besetzt sind auch die vier neuen Märchen, die in der "Sechs auf einen Streich"-Reihe neben vier bekannten Filmen zu sehen sind. "Vom Fischer und seiner Frau" (25.12./14.10 Uhr) nach den Gebrüdern Grimm entstand auf Sylt und in den Boberger Dünen in Hamburg - mit norddeutscher Prominenz wie Jan Fedder und Peter Heinrich Brix. "Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, myne Fru de Ilsebill will nich so, as ik wol will" ruft Fischer Hein (Fabian Busch) auf Geheiß seiner gierigen Frau Ilsebill (Katharina Schüttler) - und es antwortet Fedder. Der "Großstadtrevier"-Star spricht den Butt, Brix gibt Fischer Klaas.

Ben und Meret Becker spielen Meerkönig und Meerhexe

Für Hans Christian Andersens Klassiker "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" (25.12./15.10 Uhr) holten die Macher neben Lea Müller in der Titelrolle auch Nina Kunzendorf und Oliver Korittke vor die Kamera. Ebenfalls vom Dänen Andersen stammt "Die kleine Meerjungfrau" (26.12./14.10 Uhr) neben der - dargestellt von Zoe Moore - die Geschwister Ben und Meret Becker Meerkönig und Meerhexe mimen. Als "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" (26.12./15.10 Uhr) muss sich schließlich Schauspieler André Hennicke Haare ausreißen lassen.