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Dessauer Stiftung rekonstruiert Ausstellung mit Werken von Wassily Kandinsky, Paul Klee und dem indischen Maler Gagenendranath Tagore Schau in Indien erlebt nach 90 Jahren am Bauhaus ihr Comeback

05.01.2013, 01:39

Dessau-Roßlau (dpa) l Indien hat berühmte Künstler wie die Maler Wassily Kandinsky oder Paul Klee begeistert. Eine Avantgarde-Schau, die vor 90 Jahren in dem asiatischen Land zu sehen war, wird nun am Bauhaus Dessau rekonstruiert. Unter dem Motto "Laboratorium Transkultureller Avantgarde. Das Bauhaus in Kalkutta" wird Ende März eine große Schau erneut gezeigt, die vor 90 Jahren in Indien zu sehen war. "In der Zeit um 1920 gab es unter den deutschen Intellektuellen eine große Begeisterung für Indien", sagte der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt.

Die Schau zeige Werke von Bauhauskünstlern, etwa Wassily Kandinsky und Paul Klee, sowie Bilder indischer Maler wie Gagenendranath Tagore. Hinzu kommen historische Dokumente, Briefe und Fotografien, die den historischen Kontext der Entstehungsgeschichte der Ausstellung vor 90 Jahren beleuchten. "Der Neffe des Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore, Gagenendranath Tagore, war ein interessanter Maler, der mit seinen dem Kubismus verwandten Arbeiten in der 1922er Ausstellung zu sehen war", sagte Oswalt. Eine Rekonstruktion einer Ausstellung nach 90 Jahren auf einem anderen Kontinent habe es bislang in Deutschland so noch nicht gegeben. Die Bauhauskünstler stellten damals ihre Werke in den Räumen der "Society of Oriental Art" (Gesellschaft für orientalische Kunst) in Kalkutta aus. Die Exponate der jetzigen Schau kommen als Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen Indiens.

"In der allgemeinen Situation nach dem Ersten Weltkrieg waren viele europäische Künstler damals auf der Suche nach etwas Neuem, was sie inspiriert. Dabei orientierten sie sich auch an anderen Kulturen und deren Werten", sagte Oswalt. Bis zum 30. Juni sind etwa 160 Originalwerke in Dessau-Roßlau zu sehen, davon 80 indische und 80 europäische.