Halle (dpa) l Komisch, tragisch, dramatisch, aber immer spontan: Unter dem Motto "Unbekannte Welten" ist Halle Gastgeber eines Festivals der internationalen Improvisationstheaterszene. Die 16. Ausgabe der "Impronale" stehe vom 29. November bis 2. Dezember an, teilte der veranstaltende Verein "Kaltstart" in Halle mit. "Es kommen Künstlerinnen und Künstler aus fünf Ländern", sagte Festivalleiterin Franka Söll. Mit dabei seien Schauspieler aus Deutschland, Italien, Österreich, Großbritannien und Frankreich. "Sie machen die Bühne zum lebendigen Ort."

Improvisationstheater lebt von der Interaktion der Bühnenakteure mit einem meist kleinen Kreis an Zuschauern. "Sichtweisen und Erlebnisse des Publikums sind Input für die Akteure und fließen in das Geschehen ein", sagte Söll. "Es darf gern mit- und nachgedacht, diskutiert und gelacht werden." Eröffnet werde das Festival mit dem Stück "MicroscOpera", das von Impro-Akteuren unterschiedlicher Gruppen gestaltet werde. "Das ist eigentlich eine Hauptshow des italienischen Ensembles Teatro a Molla, die Komik und Poesie verknüpft", sagte Söll. Dessen Mitglied Antonio Vulpio werde von sechs anderen Schauspielern begleitet.

Eine "Rückkehr nach Maß" gebe es vom Ensemble Inflagranti aus Bremen, das nach der Teilnahme an der ersten "Impronale" 2003 mit einer Weltpremiere nach Halle zurückkomme. Die vierköpfige Gruppe habe die neue Langform des Stücks "ImproNova" im Gepäck. "Dieses Format war bisher auf noch keiner Bühne zu sehen", sagte Söll. Inflagrati bewege sich thematisch im Science Fiction-Genre, wobei das Publikum den Akteuren Merkmale und Eigenarten zuschreibe – und so Figuren entstehen lasse. "Passend dazu improvisiert die Sound- und Videokünstlerin Laure Estival den Hintergrund." 

Höhepunkt ist Publikumspreis

Ein Höhepunkt des viertägigen Festivals ist die Verleihung des "Improkal"-Preises. "Anders als in der Vergangenheit haben wir die Auszeichnung nun als reinen Publikumspreis gestaltet", sagte Söll. Eine Jury gebe es nicht mehr. Vier Ensembles stünden zur Wahl. "Die Besucher stimmen mit Bällen, die sie nach jeder Aufführung in eine Glassäule werfen, ab", so die Festivalleiterin.  

Bereits ausgebucht seien die fünf Workshops unter der Leitung erfahrener Impro-Spieler unter anderem aus Berlin, Bologna (Italien) und Graz (Österreich). "Diese gipfeln in eine Werkschau und eine Abendpräsentation am 2. Dezember", sagte Söll. Teilnehmer des Workshops von Beatrix Brunschko aus Graz spielen zum Abschluss der "Impronale" unter dem Motto "Das alles, und noch viel mehr, würd' ich machen, wenn ich ...".    

Die "Impronale" wird von mehreren Förderern unterstützt. Die größten Geldgeber sind Söll zufolge die Stadt Halle mit 12.000 Euro und das Land mit 10.000 Euro. So sei es unter anderem möglich, den Teilnehmern kleine Gagen zu zahlen, sagte sie.