Paris (dpa) l Der geheimnisumwitterte britische Street-Art-Künstler Banksy hat offenbar in Paris zugeschlagen. Die Entdeckung von Wandbildern im Banksy-Stil löste in der französischen Hauptstadt geradezu einen Hype aus: Seit Tagen wird in Medien und sozialen Netzwerken über die unsignierten Kunstwerke spekuliert.

Banksy oder kein Banksy?

Eine Sprecherin des Graffiti-Künstlers äußerte sich am Dienstag auf Anfrage nicht dazu, ob die Bilder tatsächlich von ihm stammen. Banksys Instagram-Account veröffentlichte aber später ein Foto einer Ratten-Darstellung neben dem Pariser Kunstmuseum Centre Pompidou – das Tier war darauf mit einem Tuch maskiert und trägt ein Teppichmesser. "50 Jahre seit dem Aufstand in Paris 1968. Der Geburtsort der modernen Sprühschablonen-Kunst", hieß es dazu.

Politische Botschaften sind sein Metier

Zu den schon vorher entdeckten weiteren Motiven blieb Banksy zunächst stumm. Besonders viel Aufsehen hatte die Darstellung eines Mädchens erregt, das ein Hakenkreuz mit einem rosa Muster übersprüht. Sie wurde in der Nähe einer früheren Erstaufnahmeeinrichtung für Migranten am nördlichen Rand der französischen Hauptstadt gefunden. Banksy war schon häufiger mit politischen Botschaften aufgefallen. Das Bild ist inzwischen selbst übersprüht worden.

Sind Banksys Werke in Paris?

Paris (jl) l In Paris sind sieben Graffitis aufgetaucht, die dem britischen Street-Art-Künstler Banksy zugeordnet werden.

  • In Paris wurden sieben vermeintlich Werke des Graffitikünstlers Banksy entdeckt. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

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  • Unter den Werken in Paris ist eines in der Nähe eines ehemaligen Zentrums für Migranten am nördlichen Rand der Stadt. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

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  • Auch auf einer Tür beim Pariser Musikclub

    Auch auf einer Tür beim Pariser Musikclub "Bataclan" ist ein Wandbild aufgetaucht, das dem b...

  • Ein weiteres Werk in Paris, welches von Banksy stammen könnte, zeigt einen Mann, der einem Hund mit amputiertem Bein einen Knochen hinhält, während er eine Säge hinter seinem Körper versteckt. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

    Ein weiteres Werk in Paris, welches von Banksy stammen könnte, zeigt einen Mann, der einem H...

  • Nicht nur die Pariser rätseln über die Echtheit der Werke, die Banksy zugeordnet werden könnten. Foto: Thibault Camus/AP/dpa

    Nicht nur die Pariser rätseln über die Echtheit der Werke, die Banksy zugeordnet werden...

Ein weiteres Werk zeigt einen Mann, der einem Hund mit amputiertem Bein einen Knochen hinhält, während er eine Säge hinter seinem Körper versteckt. Inzwischen tauchte auch ein Bild beim Musikclub "Bataclan" auf, der 2015 Ziel eines islamistischen Anschlags war. An einer Tür in der Seitenstraße, in die damals Konzertbesucher durch Notausgänge flohen, ist eine trist wirkende weiße Figur zu sehen.

Franzosen rätseln über Echtheit

Der Gründer des kleinen Kulturmediums "Artistik Rezo", Nicolas Laugero Lasserre, war schon früh von Banksys Besuch überzeugt: "Gut eine Woche vor der Entdeckung des ersten Wandbildes (...) hatten wir von mehreren Quellen gehört, dass Banksy in Paris sei", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Laugero Lasserre wies auf das Hakenkreuz-Bild hin: Das gleiche Tapetenmuster habe Banksy auf einem Elefanten in Los Angeles und in einer Ausstellung im Museum von Bristol genutzt. "Die Tapete dient als Signatur." Zur Frage, ob auch die Figur am "Bataclan" von Banksy stamme, riet er zur Vorsicht.

Über Banksys Identität ist viel spekuliert worden, bestätigt wurde sie bisher nicht. Wandstücke mit Graffiti des Straßenkünstlers wurden bei Auktionen teils für mehr als 100.000 US-Dollar versteigert.

Der französische Kunsthistoriker Paul Ardenne merkte an, dass Banksys Kunst sehr einfach zu imitieren sei. Unter anderem mit Blick auf das Bild des Mädchens mit der Spraydose sagte er: "Tatsächlich scheint das Banksy zu sein, aber es ist nicht schwer, auf Banksy zu machen." Ardenne, der Banksys Kunst als "Register von Klischees" bezeichnet, sieht den Medienrummel um den Briten kritisch: "Das Phänomen Banksy ist interessant, aber die Werke sind es deutlich weniger", meint er.